Antibiotika: BTK aktualisiert Leitlinien zur Anwendung

Tierarzt und Landwirt
Antibiotika dürfen nur nach Diagnose durch einen Tierarzt verabreicht werden.

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat ihre „Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antibakteriell wirksamen Tierarzneimitteln“ aktualisiert und mit der Märzausgabe des „Deutschen Tierärzteblattes“ an mehr als 38.000 Veterinäre verschickt. Es sei unstrittig, dass Antibiotika als wichtige medizinische „Waffen“ erhalten werden müssten, um Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier zu bekämpfen, teilte die BTK vergangene Woche mit. Im Bewusstsein um die tierärztliche Verantwortung sei nun die dritte Überarbeitung der „Antibiotika-Leitlinien“ erfolgt, in denen die geltende Rechtslage, neue Wirkstoffe und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse eingearbeitet worden seien.
 
Die von Wissenschaftlern, Hochschullehrern, Praktikern, Behörden und Industrie unter Leitung von Prof. Manfred Kietzmann von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) erstellten Leitlinien beschreiben die optimale Vorgehensweise für die Anwendung bei Schweinen, Wiederkäuern, Geflügel, Fischen, Kleintieren und Pferden. „Ohne Antibiotika können Tierärzte keine durch Bakterien verursachten Infektionskrankheiten behandeln. Tierärzte haben daher ein ureigenes Interesse, die Wirkstoffe nicht zu verlieren und setzen sie darum sorgfältig im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ein“, erläuterte BTK-Präsident Prof. Theo Mantel.
 
Dazu gehöre unter anderem, Antibiotika nur dann anzuwenden, wenn Tiere aufgrund bakterieller Infektionen erkrankt seien. Die Medikamente dürften auch nur nach einer Untersuchung und Diagnose eines Tierarztes verabreicht und die Behandlung je nach Lage des Einzelfalles durchgeführt werden. Weil ein unsachgemäßer und übermäßiger Einsatz von Antibiotika zur Bildung von Resistenzen beiträgt, hat die BTK nach eigenen Angaben schon vor mehr als 20 Jahren auf dieses Problem hingewiesen und bereits im Jahr 2000 erstmals Leitlinien für Tierärzte herausgegeben.
 
Die mittlerweile zum dritten Mal überarbeitete Version ist auf der Homepage der BTK veröffentlicht. (www.bundestieraerztekammer.de)

 

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