FrieslandCampina: „Ergebnis 2014 zufriedenstellend“

Milch von Campina auf dem Produktionsband

Die Genossenschaftsmolkerei FrieslandCampina konnte 2014 bei gleichbleibendem Umsatz mehr Gewinn erzielen. Trotz russischen Boykotts und Wertstellungsproblemen profitierten die Milcherzeuger von einem nur geringfügig niedrigeren Milchpreis als 2013.

“Mehr als in anderen Jahren hatten 2014 externe Bedingungen Auswirkungen auf die Ergebnisse von Royal FrieslandCampina. Das Jahr war recht dynamisch“, erklärt Geschäftsführer Cees `t Hart. „Trotz Auslaufen der Quote und damit wahrscheinlich stärkerer Volatilität, bleiben die Aussichten für FrieslandCampina und seine Mitglieder auch im kommenden Jahr wahrscheinlich positiv. Das Unternehmen ist gut aufgestellt.“

Das bestätigen die Ergebnisse der Jahresauswertung, die das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Demzufolge stiegen die Umsatzerlöse 2014 durch höhere Verkaufspreise und ein Plus bei der Friso-Kindernahrung um 0,6% auf 11,3 Milliarden €. Wechselkursauswirkungen hatten per Saldo einen negativen Effekt von 176 Mio. € auf den Gesamtumsatz. Der Jahresüberschuss stieg auf 303 Mio. €.

Kindernahrung läuft, Boykott schadet Markenkäse

Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen 5,7% mehr Kindernahrung verkaufen, vor allem in China und Hongkong. Im Kampf um weitere Marktanteile koopiert FrieslandCampina  mit dem chinesischen Unternehmen China Huishan Dairy Holdings Company Limited: Die derzeit zu gründende FrieslandHuishan Dairy wird Kindernahrung herstellen, vermarkten und vertreiben. Auch in Westafrika und Italien übernimmt die Genossenschaft Molkereien.

Das Betriebsergebnis stieg um 56,2% auf 489 Mio. €. Bereinigt um negative Wechselkursauswirkungen sank es jedoch um 10,7%. Der Verkauf von Milchgetränken ging um 5,4% zurück, auch der Markenkäse musste mit einem Minus von 14,5% zurechtkommen. Gründe dafür sieht die Molkerei im europäischen Wettbewerb und dem russischen Boykott. Dieser wirke sich mit geschätzten 80 Mio. € direkt (Umsatz- und Gewinneinbußen) und indirekt (Marktveränderungen) negativ auf das Betriebsergebnis aus.

Rund 656 Mio. € investierte FrieslandCampina in die Produktionsanlagen, insbesondere in Kapazitätserweiterung, Qualität und Effizienzsteigerung. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank auf 545 Mio. € (2013: 588 Mio. €), der Cashflow für Investitionen belief sich auf 618 Mio. € (2013: 576 Mio. €). Im zweiten Halbjahr 2014 haben Kosteneinsparungen durch einen niedrigeren Milchpreis zum Betriebsergebnis beigetragen und verbesserten die Marktbedingungen leicht. Das Betriebsergebnis (bereinigt um Einmaleffekte und Wechselkursauswirkungen) kam dadurch im zweiten Halbjahr um 5,5% höher als im vergleichbaren zeitlichen Rahmen in 2013. 

Beinahe der gleiche Milchpreis wie 2013

Die Mitglieder der Genossenschaftsmolkerei bekamen 2014 einen Garantiepreis von 39,38 € bei 3,47% Eiweiß, 4,41% Fett und 4,51% Laktose pro 100 kg Milch (2013: 39,45 €). Damit sank der Preis nur leicht um -0,2% (0,07 €). Der Leistungszuschlag (1,86 €) und die Ausschüttung von Mitgliederobligationen (1,07 €) gingen um 3,6% (-0,11€). Insgesamt beläuft sich die Wertschöpfung des Unternehmens pro 100 Kilo Milch auf 2,93 € (2013: 3,04 €).

2015 erstmals ohne Quote

Nach mehr als 30 Jahren endet zum 1. April 2015 die Milchquote in der europäischen Union. 2015 rechnet das Unternehmen weltweit mit einem Anstieg des Milchangebots von 2 bis 4% im Vergleich zu 2014.

Die Nachfrage nach Molkereiprodukten wird 2015 voraussichtlich leicht steigen, in Asien und Afrika die wachsende Mittelschicht von der wirtschaftlichen Erholung profitiert. Der relativ günstige Euro führt dazu, dass Molkereiprodukte aus der Eurozone besser mit Anbietern aus Ländern mit anderer Währung konkurrieren können, wodurch voraussichtlich mehr Molkereiprodukte exportiert werden können.

Der Bedarf an Molkereiprodukten und Molkereirohstoffen in China ist schwer einzuschätzen. Es ist ebenso wenig zu prognostizieren, ob und wann der Boykott von westlichen Produkten durch Russland aufgehoben wird. Voraussichtlich wird sich dort die Nachfrage jedoch auch nach Ende des Boykotts nicht schnell erholen.

Verbraucher in Europa bleiben preisbewusst. Auch dadurch wird der Wettbewerb mit anderen Anbietern weiter zunehmen.

Konkrete Schätzungen gibt FrieslandCampina nicht ab, rechnet aber langfristig mit positiven Aussichten.

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Auch Arla hatte ein erfolgreiches Jahr zu verzeichnen, während deutsche Molkereien wie DMK nur einen mittelmäßigen Milchpreis auszahlen konnten.

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