MRSA: Kopenhagen legt neuen Bekämpfungsplan vor

Schweinestall
In zwei Drittel aller dänischen Ställe soll es MRSA geben.

Mit einer deutlichen Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes und breit angelegten Beobachtungs- und Beratungsprogrammen will die dänische Regierung den Methicillin-resistenten Erreger Staphylococcus aureus (MRSA) in der dortigen Schweinehaltung zurückdrängen. „Die zunehmende Verbreitung von MRSA in unseren Schweinställen macht deutlich, dass wir zu schärferen Gegenmaßnahmen greifen müssen“, erklärte der dänische Landwirtschaftsminister Dan Jørgensen bei der Vorstellung des ausgestalteten Entwurfs für einen Aktionsplan gegen MRSA vergangene Woche in Kopenhagen.
 
Aktuelle Untersuchungsergebnisse zeigten, dass sich die Verbreitung des Erregers im dänischen Schweinebestand innerhalb von vier Jahren vervierfacht habe; inzwischen beherbergten zwei von drei Ställen MRSA-positive Tiere. Eine wirksame Bekämpfung ist nach Jørgensens Überzeugung aber nicht mit Sofort-Lösungen zu haben, sondern bedarf einer möglichst breiten und langfristig angelegten Strategie. Diese umfasst nach seinen Angaben die Senkung des Antibiotikaverbrauchs in der dänischen Schweinehaltung um 15 % zwischen 2015 und 2018; der Einsatz des kritischen Wirkstoffs Tetracyclin soll sogar möglichst schnell auf Null reduziert werden.
 
Der Anfang des Jahres beschlossene und nun weiter konkretisierte Aktionsplan sieht laut dem Minister auch optimierte Hygienevorschriften für Schweineställe, Beratungs- und Überwachungsmaßnahmen sowie verstärkte Forschungsanstrengungen zur Bekämpfung von MRSA und zur Entwicklungen von Antibiotikaalternativen vor.  (AgE)

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