Fortbildung

Mehr Besamungserfolge

Ceva Roadshoe prächtig-trächtig

Die diesjährige Ceva Roadshow „Prächtig Trächtig“ zeigte den aktuellen Forschungsstand in der Reproduktion und zitierte namhafte internationale Experten bezüglich der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Fruchtbarkeitsmanagement.

Ende September 2019 fand die „Prächtig Trächtig“-Roadshow der Rinderabteilung der Ceva Tiergesundheit an sechs verschieden Orten statt. Mit Dr. Toschi Kaufmann vom IFN Schönow und Prof. Dr. Alexander Starke der Universität Leipzig konnten namhafte Referenten mit viel Erfahrung im Bereich Fruchtbarkeit gewonnen werden. Dr. Kaufmann fasste die wichtigsten Punkte vom 3. Cattle reprodAction zusammen, das in diesem Jahr im April in Rom stattfand.


Fütterungseinfluss auf die Fruchtbarkeit > 50 %
In einer Studie von Bach 2019 mit 3000 Kühen variierten die Tagesmilchleistungen zwischen 21 und 34 kg/Kuh/Tag, obwohl alle 47 Betriebe die gleiche Futterration erhielten. Der Professor fand heraus, dass in mehr als 50 % der Fälle, die Unterschiede in der Leistung auf folgende Probleme zurückzuführen waren: Fütterungsmanagement (Futteraufnahme sicherstellen), Belegdichte (nicht für jede Kuh eine passende Liegebox) und Erstkalbealter (viele älter als 22 bis 24 Monate).


Das Gewicht ist entscheidend für die 1. KB (nicht das Alter)
Von der Universität PennState wird eine kostenfreie, vorbereitetete Excel-Datei angeboten, die es ermöglicht, Alter und Gewicht von Färsen abzugleichen. Die Gewichtserfassung von Jungtieren und Färsen erfolgt mit einer Waage oder mit dem Maßband. dairy-heifer-growth-chart


Färsen kommen erst ab dem 530. Laktationstag in die Gewinnphase
Darauf wies nochmal Prof. Boulton in seiner Studie von 2017 hin. Das zeigt nochmal deutlich wie wichtig es ist, sie auf jedem Fall gesund bis zu diesem Laktationspunkt zu bekommen.


Die Funktion des Genitaltraktes ist abhängig von der Gesundheit der ganzen Kuh
Das zeigte Prof. Lucy anschaulich und wies darauf hin, dass Abwehrzellen Energie zum Arbeiten brauchen. Ist die negative Energiebilanz stark ausgeprägt, leidet das Immunsystem und die Krankheitsanfälligkeit steigt.


Gute Genetik wird nur bei gutem Management sichtbar
Auch das lehrt die Erfahrung, denn wenn man beispielsweise leistungsbereite Kühe nicht leistungsgerecht füttern, werden sie ihr Potenzial nicht ausschöpfen.  


Körpertemperaturen > 39,1 Grad Celsius schaden den Eizellen
Das erklärte Prof. Sartori und wies darauf hin, dass sowohl fieberhafte Infektionskrankheiten als auch hohe Außentemperaturen der Fruchtbarkeit schaden können.


„Cherry Picking“ funktioniert nicht
Darauf verwies Prof. Fricke. Bullt eine Kuh im Laufe eines noch nicht abgeschlossenen Hormonprogrammes, sollte man sie nicht besamen („Cherry Picking“), denn die hormonell „angeschobenen“ Follikel sind noch zu klein, um nach Besamung qualitativ gut funktionierenden Trächtigkeitsgelbkörpern zu werden. Die Trächtigkeitsergebnisse sind besser bei korrekt durchgeführtem Hormonprogramm mit abschließender terminorientierter Besamung.                                                          

M. Weerda

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