ISN-Schlachthof-Ranking

Tönnies schlachtet jedes vierte Schwein

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Die ISN stellt jedes Jahr ein Ranking der Schlachtbetriebe in Deutschland auf.

Die drei größten Schweineschlachter in Deutschland, Tönnies, Vion und Westfleisch, erreichen  wie im Vorjahr auch 2014 zusammen einen Marktanteil von rund 55 %. Dabei konnten Spitzenreiter Tönnies sowie der Drittplatzierte Westfleisch bei den Schweineschlachtungen jeweiils zulegen, während Vion rund 500.000 Schweine weniger an den Haken brachte. Das geht aus dem diesjährigen Schlachthof-Ranking der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands hervor.

Im Detail: Branchenprimus Tönnies hat im vergangenen Jahr an seinen drei deutschen Standorten zusammen 15,6 Mio. Schweine geschlachtet, was einer Steigerung von 4 % sowie einem Marktanteil von 27 % entspricht.

Die Reihenfolge der TopTen der Schlachtunternehmen hat sich nicht verändert. Allerdings ist die Firma Vogler (2,45 Mio. Schweine) nahe dran, Danish Crown (2,6 Mio.) den vierten Platz streitig zu machen. Denn während Vogler die Anzahl Schlachtschweine um 7 % steigern konnte, kamen bei Danish Crown im niedersächsischen Essen/Oldenburg etwa 5 % weniger Schweine an den Haken als im Vorjahr. Die ISN sieht den Grund für die Schwäche in der Preispolitik des Unternehmens. Denn Danish Crown habe 2014 mit 17 Wochen öfter als jedes andere Schlachtunternehmen Hauspreise gemacht.

ISN-Schlachthof-Ranking 2014

Laut ISN soll der Strukturwandel in der Schlachtbranche stark vom Lebensmitteleinzelhandel beeinflusst werden. Denn weil dort die vier größten Unternehmen mit 85 % Marktanteil den Wettbewerb bestimmen, könnten sie einen enormen Preisdruck auf die Schlachter ausüben. Um auf Augenhöhe verhandeln zu können, müssten auch die Schlachtunternehmen wachsen.
Verstärkt werde dieser Trend noch einmal durch die immer höhere Messlatte der sonstigen Rahmenbedingungen. Salmonellenstatus, Tierwohl und Herkunft der Tiere seien nur einige Schlagwörter, die für die Handelskonzerne immer mehr Bedeutung einnehmen und möglichst zum Nulltarif eingefordert werden. Doch mit jedem weiteren Sortierkriterium, wie z.B. Geschlecht, Aufzuchtland oder Salmonellenkategorie, nehmen laut ISN die Chargengröße und damit die Wettbewerbsstellung der anbietenden Schlachtunternehmen ab. Gerade für die kleineren Unternehmen der Branche sei diese Aufgabe kaum zu stemmen. Für sie bleibe nur, eine Nische zu bedienen oder sich den Großen der Branche anzuschließen.

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