Berufspolitik

Abstimmung zum EU- Tierarzneimittelrecht

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Der ENVI-Ausschuss des Europäischen Parlaments stimmt heute über seine Position zum Kommissionsvorschlag für eine Neufassung des EU-Tierarzneimittelrechts ab. Der bpt hält drei Punkte für nicht zustimmungsfähig.

In einem offenen Brief an die deutschen Mitglieder des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlamentes (ENVI) hat bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder den Standpunkt des bpt zur Abstimmung über das EU-Tierarzneimittelrecht verdeutlicht. Aus Sicht der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland sind folgende vorgesehene Änderungen nicht zielführend:

  • Ein pauschales Verbot von Wirkstoffen oder Wirkstoffgruppen für die Veterinärmedizin wäre in jeder Hinsicht kontraproduktiv und, da für bestimmte Tierarten nur wenige Tierarzneimittel zur Verfügung stehen, mit dem Tierschutz unvereinbar. Eine Therapie muss nach medizinischen Erfordernissen erfolgen; die Entscheidung darüber können nur Fachleute (Ärzte bzw. Tierärzte) im Einzelfall treffen.
  • Eine Genehmigung durch die dem Tierarzt übergeordnete Veterinärbehörde für die Verwendung von antimikrobiellen Humanarzneimitteln ist nicht durchführbar und nicht zielführend. Falls das Tier wirklich einmal einer solchen Behandlung bedürfen sollte, kann aus Tierschutzgründen keine behördliche Genehmigung abgewartet werden. Sollte es nicht möglich sein, eine Einigung im Sinne des Kommissionsvorschlags zu erzielen, wäre für uns auch eine Anzeigepflicht vorstellbar.
  • Es hat sich gezeigt, dass Einschränkungen des Internet- und Versandhandels auf nationaler Ebene grenzüberschreitend weder zu kontrollieren noch zu sanktionieren sind und daher häufig missachtet werden. Nach wie vor halten wir (...) ein europaweites Verbot des Internethandels für alle verschreibungspflichtigen Tierarzneimittel für erforderlich.

Quelle: bpt: Originalbrief

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