Masttierhaltung

Antibiotika-Kennzahlen sinken weiter

Kennzahlen Therapiehäufigkeit Masttiere 3
Die Kennzahlen für den Erfassungszeitraum 1.7.15 - 31.12.15 screenshot: BVL

Zum dritten Mal wurden die Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr sind alle Werte deutlich abgesunken.

Zum dritten Mal seit der Umsetzung der 16. AMG-Novelle wurden die aktuellen betrieblichen Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit mit Antibiotika bei Masttieren aus dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HITier) veröffentlicht.

Gegenüber der ersten Erfassung vor einem Jahr ist bei Schweinen eine Halbierung und beim Geflügel eine Verringerung um ein knappes Drittel festzustellen.

Vor der Veröffentlichung der bundesweiten Therapiezahlen wurde jedem Tierhalter von Masttieren die betriebseigene Kennzahl mitgeteilt, so dass er jetzt seinen Betrieb deutschlandweit im Vergleich mit anderen Betrieben der gleichen Tierart sieht:

- Liegt der Wert der "Kennzahl 2" über dem Referenzwert, muss der Tierhalter mit seiner betreuuenden Tierarztpraxis innerhalb von 4 Monaten einen Maßnahmenplan zur Reduzierung des Verbrauchs erarbeiten und ihn der zuständigen Veterinärbehörde vorlegen.

- Liegt der Wert der "Kennzahl 1" über dem Referenzwert, mussen Tierhalter und Tierarzt nach Ursachen und Möglichkeiten der Reduzierung im Betrieb suchen.

Die Kennzahlen ermöglichen keine Aussage über die durchschnittliche Anzahl der Behandlungstage pro Tier je Halbjahr und sind auch nicht geeignet, einen Vergleich der Anwendungshäufigkeiten zwischen den einzelnen Tier- und Nutzungsarten zu beschreiben.

"Strategie zur Antibiotika-Minimierung in der Tierhaltung greift"

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sieht den Erfolg seines etablierten Systems: "Mit der Novelle des Arzneimittelgesetzes haben wir ein System zur Antibiotikaminimierung bei Masttieren etabliert. Wir sehen jetzt, nach der dritten Erfassungsperiode, dass die Strategie zur Antibiotika-Minimierung greift: Alle Kennzahlen sind im Vergleich zur ersten Erfassungsperiode abgesunken. In einem nächsten Schritt werde ich weitere Regelungen zum Einsatz von Antibiotika bei Tieren auf den Weg bringen. Insbesondere die Anwendung von Reserveantibiotika muss restriktiver werden. Gleichzeitig gebietet es aber der Tierschutz, dass wir kranke Tiere mit diesen Wirkstoffen behandeln, wenn das notwendig ist."

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL

PM Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL

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