Antibiotikaresistenzen

Antibiotikaresistenzen bringen Dispensierrecht ins Wanken

Antibiotikaresistenzen
Foto: Ostermann-Palz

Der Landwirtschaftsminister Sachsen-Anhalts, Hermann-Onko Aeikens (CDU) sieht das Dispensierrecht fallen bei einem weiteren Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung.

Der Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) hat sich scharf gegen die seiner Ansicht nach unbegründeten Schuldzuweisungen zur steigendenden Antibiotikaresistenz in der Humanmedizin verwehrt. Der bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder, wies beim bpt-Neujahrsempfang in Berlin darauf hin, dass nachweislich nur 1,9 % Reserveantibiotika in der Tiermedizin eingesetzt würden. Dem stünden 50 % in der Humanmedizin gegenüber. Die Tierhaltung trage also nur in kleinem Maße zur Resistenzbildung bei. Es sei nicht einzusehen, dass man immer wieder in die Debatte derart hineingezogen werde.

Moder will zusammen mit der Bundetierärztekammer (BTK) den Dialog vorantreiben und auch die Humanmediziner stärker einbinden. BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann sagte, der Berufsstand habe verstanden, dass er mit einer Stimme sprechen müsse. Er sieht die Berufsverbände dabei aber auf gutem Wege. Als erste Bewährungsprobe nannte Tiedemann das anstehende Eckpunktepapier zur Tierarzneimittelabgabe. Er sei sich sicher, dass das Thema Antibiotikaresistenz die Tierärzte noch weiter beschäftigen werde.

Dispensierrecht unmittelbar mit Reserveantibiotika-Einsatz verknüpft

Hermann-Onko Aeikens
An die gesellschaftliche Verantwortung der Tierärzte im Umgang mit “Reserveantibiotika”, appellierte Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann-Onko Aeikens zur Eröffnung des 8. Leipziger Tierärztekongresses. Er erwarte, dass sich die Tierärzteschaft klar von Berufskollegen distanziere, die damit so umgehen, “wie es nicht sein sollte”.

“Tierärzte haben bei der Anwendung von Tierarzneimitteln, speziell bei Antibiotika eine besondere Verantwortung,” betonte Aeikens in seiner Festansprache zur Kongresseröffnung in Leipzig. Deutschland setze im europäischen Vergleich – auch bezogen auf Tierzahlen – überdurchschnittlich viele Antibiotika ein. Insgesamt seien die Mengen erfreulicherweise rückläufig, aber es gebe leider einen Anstieg bei den Reserveantibiotika, „zwar auf niedrigem Niveau, aber mit dynamischer Entwicklung,“ kritisierte Aeikens.

Quelle: AgE / wir-sind-tierarzt.de

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