Tierschutz

BTK: 7 Forderungen für Schlachtbedingungen

Schlachthaus
Die konsequente und vollständige Sicherstellung aller tierschutzrechtlichen Vorgaben im Umgang mit Schlachttieren ist eine unabdingbare Forderung der Tierärzteschaft. Foto: Sebastian Karkus, pixelio.de

Jeder an einer Schlachtstätte tätige Tierarzt ist nach tierärztlicher Ethik verpflichtet, Missstände abzustellen, die zu vermeidbaren Schmerzen oder Leiden bei Tieren führen können. Dafür fordert die BTK Rahmenbedingungen ein.

In einem Schreiben an die für das Veterinärwesen zuständigen obersten Landesbehörden hat BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann an die Verantwortlichen appelliert, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Tierschutz bei der Schlachtung zu gewährleisten. Der Präsident übergab den Behörden ebenso wie der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände ein Grundsatzpapier zum Tierschutz bei der Schlachtung von Tieren, das von den Ausschüssen für Lebensmittel-, Milch- und Fleischhygiene und Tierschutz nach einer gemeinsamen Beratung erarbeitet wurde. Um die Wahrnehmung dieser ethischen Tierschutz-Verpflichtung nachhaltig zu unterstützen, erhebt die Bundestierärztekammer (BTK) folgende Forderungen:

  1. Klarstellung der Verantwortlichkeiten: Für die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorschriften, die die Vermeidung von Schmerzen und Schäden verlangen, ist der Lebensmittelunternehmer verantwortlich. Jeder Lebensmittelunternehmer ist verpflichtet, alle Maßnahmen zu ergreifen, um bei der Schlachtung von Tieren alle tierschutzrechtlichen Anforderungen lückenlos und dauerhaft sicherzustellen. Den amtlichen Tierärzten / Amtstierärzten obliegt es, zu überprüfen, ob der Lebensmittelunternehmer dieser Verpflichtung gerecht wird.
  2. Abstellung von Mängeln: Zur unverzüglichen und nachhaltigen Abstellung von Mängeln sind durch die zuständige Behörde geeignete Maßnahmen (bis zu Untersagung der Schlachtung) anzuordnen und deren Umsetzung zu kontrollieren.
  3. Personalausstattung: Die zuständigen obersten Landesbehörden und die kommunalen Behörden müssen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine angemessene Personalausstattung für die lückenlose Wahrnehmung aller behördlichen Aufgaben in den Schlachtbetrieben abzusichern.
  4. Regelmäßige fachaufsichtliche Unterstützung: Die zuständige Behörde hat die im Schlachtbetrieb tätigen amtlichen Tierärzte durch eine regelmäßige und umfassende Überwachung der Schlachtbetriebe zu unterstützen.
  5. Schulungsangebot/Schulungsverpflichtung: Die zuständige Behörde hat für die im Schlachtbetrieb tätigen amtlichen Tierärzte Schulungen - insbesondere zur Kontrolle und praktischen Beurteilung der Betäubungswirkung und Feststellung der ordnungsgemäßen Entblutung - durchzuführen.
  6. Technische Kontrolle: Die zuständige Behörde hat für die regelmäßige technische Kontrolle der Betäubungsgeräte durch die Technischen Sachverständigen Sorge zu tragen.
  7. Zulassungsverfahren/Bauartzulassung für Betäubungsgeräte oder Betäubungsanlagen: Die Bundesregierung muss von der Ermächtigung nach § 13 Abs. 5 TierSchG zur Einführung einer Bauartzulassung /eines Zulassungsverfahrens für Betäubungsgeräte oder Betäubungsanlagen unverzüglich Gebrauch machen.

Quelle: Bundestierärztekammer

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