G7 wollen Antibio­tika-Resistenzen bekämpfen

Ferkel
Quelle: top agrar

Angesichts der Zunahme von Antibiotika-Resistenzen wollen die sieben führenden Industriestaaten den Einsatz der Medikamente einschränken und die Forschung dazu international abstimmen.

„Antibiotika spielen für die heutigen und zukünftigen Erfolge in der Human- und Veterinärmedizin eine entscheidende Rolle“, erklärten sie zum Abschluss des G7-Gipfels am Montag in dem bayerischen Schloss Elmau. Die sieben Staaten wollen daher nationale Aktionspläne umsetzen, bei denen der Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier gemeinsam in den Blick genommen wird.

Politik und Medizin beobachten mit Sorge die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika. Als ein Grund dafür wird gesehen, dass die wichtigen Medikamente zu oft und zu viel bei Mensch und Tier eingesetzt werden. „Man denkt immer, es sind Antibiotika gegen alle Krankheiten vorhanden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Aber wenn einmal Resistenzen auftreten, dann ist es sehr schwer, neue Antibiotika zu entwickeln.“

Merkel kündigte an, dass die G7-Staaten die Erforschung von Antibiotika-Resistenzen und von neuen Medikamenten untereinander abstimmen wollen, „um die großen Lücken“ in dem Bereich aufzudecken. Kritiker bezeichneten die Beschlüsse als unzureichend.

Es sei eine „Schlappe für den Gesundheitsschutz“, dass die G7-Länder keine konkreten Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes in der Fleisch- und Fischerzeugung beschlossen hätten, sagte der Vorsitzende der Naturschutzorganisation Bund, Hubert Weiger. „In der Massentierhaltung in Deutschland werden wie in vielen G-7-Staaten mehr als doppelt so viele Antibiotika wie in der Humanmedizin eingesetzt.“ Um die Verbraucher vor Antibiotikaresistenzen zu schützen, müsse der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung streng reglementiert werden.

Auch Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery hatte im Vorfeld des G/Gipgels gefordert, den Einsatz von Antibiotika, die in der humanmedizinischen Therapie unver­zichtbar seien, in der Veterinärmedizin gänzlich zu verbieten.

 

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