Tierschutz

Keine Videoüberwachung auf deutschen Schlachthöfen geplant

Schweine
Statt Videoüberwachung für mehr Tierschutz auf Schlachthöfen setzt die Bundesregierung auf die Entwicklung eines automatisierten Verfahrens zur Feststelleung des sicheren Todeseintritts. Foto: Andrea Damm, pixelio.de

Weil Filmaufnahmen am Arbeitsplatz einen erheblichen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstellen, stünden dem generellen Einsatz einer Kameraüberwachung arbeits- und datenschutzrechtliche Bedenken gegenüber, antwortete Staatssekretärin Dr. Flachsbarth auf die Anfrage der LINKEN.

Anders als in Frankreich oder künftig möglicherweise auch in den Niederlanden plant die deutsche Bundesregierung derzeit keine Regelung zur Einführung einer Kamerapflicht in Schlachthöfen. Das stellte die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth auf eine schriftliche Anfrage von Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linken, klar.

Um tierschutzrechtliche Anforderungen wie beispielsweise die wirksame Betäubung vor der Tötung zu gewährleisten, könnten Überwachungssysteme allerdings zur Einleitung erforderlicher Maßnahmen dienen. Flachsbarth verwies in diesem Zusammenhang auf ein laufendes Forschungsprojekt, bei dem der sichere Todeseintritt über ein automatisiertes Verfahren festgestellt wird.

Grüne stellen Anfrage zum Thema Tierschutz bei Schlachtungen
Das Thema bleibt allerdings heiß diskutiert. Vor wenigen Tagen stellte auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Überwachung des Tierschutzes in Schlachthöfen in den Mittelpunkt einer Kleinen Anfrage an den Bundestag. Im Jahr 2016 seien in Deutschland fast 60 Millionen Schweine, 3,6 Millionen Rinder und 632 Millionen Hühner geschlachtet worden. Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung wissen, wo sie die bedeutsamsten Defizite beim Tierschutz in deutschen Schlachthöfen sieht. Des Weiteren soll die Zahl der Schlachtungen in Deutschland seit dem Jahr 2007 aufgeschlüsselt werden.

Hintergrund: Nachdem im vergangenen Monat Bildmaterial vielfache Tierquälerei auf Schlachthöfen aufgedeckt hat, diskutieren mehrere europäische Staaten die Kamerapflicht bei der Anlieferung und während des Schlachtvorgangs. In Belgien hatte die Regierung einen Schlachhof wegen skandalöser Bildaufnahmen stillgelegt (vet-consult berichtete).

Quelle: BWagrar

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