Forschung

Nach den Unwettern kommen die Mücken

Tiegermücke
Die als potenzieller Überträger von Krankheitserregern einzuschätzende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wurde in Baden-Württemberg und Thüringen gefunden. Foto: H.Kampen, FLI

Die aktuelle Wetterlage mit starken Niederschlägen und sommerlichen Temperaturen bietet ideale Fortpflanzungsmöglichkeiten für Stechmücken. Das FLI bittet um Einsendung von intakten, gefrorenen Mücken für den "Mückenatlas Deutschland".

Potenzielle Brutplätze bilden sich auf Wiesen, in Parks und Wäldern und im Siedlungsbereich, z.B. in Regentonnen. In kürzester Zeit sind bis zu 300 Eier pro Mückenweibchen abgelegt, und die Brut benötigt bei den vorliegenden klimatischen Bedingungen nur ca. 2 Wochen bis zum Schlupf der neuen Generation. Nach den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015 mit eher geringen Populationsdichten der Stechmücken könnte die aktuelle Situation ein Startschuss für ein hohes Aufkommen in der Mückensaison 2016 sein.


So werden Sie Mückenjäger

Der Mückenatlas stellt dar, welche Mückenarten wann wo in Deutschland vorkommen.Das Projekt wurde vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) etabliert und wird vom BMEL gefördert. Es ist auf die Hilfe interessierter Bürger angewiesen, die Mücken fangen, in verschlossenen Gefäßen durch Tieffrieren töten und intakt an das ZALF senden.

Projektziele sind:

  • Erfassung des Vorkommens, der geografischen Verbreitung und der Phänologie von Stechmückenarten in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung invasiver Arten
  • Erstellung von Verbreitungskarten der in Deutschland nachgewiesenen Stechmückenspezies
  • Testung von Stechmücken auf Krankheitserreger
  • Zucht einheimischer und invasiver Stechmückenarten im Labor und Durchführung von Infektions- und Übertragungsstudien
  • Pflege und Ausbau einer Datenbank

Einwanderungsland für Seuchen

Die Ausbreitung belebter Vektoren wie Mücken, Fliegen oder Zecken stellt ein großes Risiko für die Einschleppung und Verbreitung exotischer Infektionskrankheiten wie Blauzungenkrankheit, Afrikanische Schweinepest, West-Nil-Fieber oder Afrikanische Pferdepest dar. Eine Gefahr, die nicht zu unterschätzen ist, denn – wie Thomas C. Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts es ausdrückte:„Deutschland ist ein Einwanderungsland für Seuchen und ihre Erreger“. Anlässlich der 81. Internationalen Grünen Woche hatte die Bundestierärztekammer (BTK) unter anderem den weiteren Ausbau der Vektor-Monitoringprogramme und die forcierte Fortsetzung der Studien zur Risikoabschätzung sowie die Bereitstellung von Impfstoffen als wesentliches Element eines vorbeugenden Schutzes der Tierbestände gefordert.

Quellen:

PM des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI)

Mückenatlas - Deutschland kartiert die Stechmücken

PM Bundestierärztekammer vom 25.01.16

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