GOT - Erhöhung

"Nicht akzeptabel!"

Abgelehnt
Tierärztekammern und Praktikerverband sind sich einig in der Ablehnung des BMEL-Vorschlages. Foto: Tim Reckmann, pixelio.de

Die Tierarztverbände lehnen einstimmig die vom Bundesministerium für Landwirtschaft vorgeschlagene 12-Prozent-Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab.

Die Reaktion der Bundestierärztekammer (BTK) und des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) auf den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf einer Verordnung ist eindeutig: die 12% - Erhöhung der GOT ist viel zu niedrig und gefährde die wirtschaftliche Existenz vieler Praxen. Auch der "Pferdefuß" in dem Entwurf, nämlich dass frei lebende Katzen in Zukunft auch zu einem geringeren Preis als der einfache Satz der Gebührenordnung vorsieht kastriert werden sollen, sei inakzeptabel. Denn Tierschutzfragen sind ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und lassen sich nicht auf Kosten der Tierärzte lösen.

Mit verkürzter Frist wegen des nahenden Endes der Legislaturperiode hatte das Bundesministerium für Landwirtschaft (BMEL) den Tierärzteverbänden nur 15 Tage inklusive Himmelfahrt und Pfingsten für eine Stellungnahme eingeräumt (vet-consult berichtete).

Wir-sind-tierarzt.de hat die Stellungnahme der BTK veröffentlicht, die folgende Forderungen enthält:

- Eine Erhöhung der Gebührensätze um mindestens 20 %.

- Eine Erhöhung der Gebühr für die Betreuung von Nutztierbeständen um mindestens 100 %.

- Eine Streichung des Ausnahmetatbestandes bezüglich einer Unterschreitung des einfachen Gebührensatzes für die Kastration von eingefangenen freilebenden Katzen.

- Eine inhaltliche Anpassung und Neustrukturierung einschließlich einer individuellen Neubewertung jeder einzelnen Gebühr entsprechend dem Vorschlag der BTK aus dem Jahre 2012, nachdem seitens der EU Bedenken offensichtlich nun nicht mehr bestehen.

- Eine laufende Anpassung der Gebührensätze an die Teuerungsrate, welche den praktizierenden Tierärzten die wirtschaftliche Basis für den Betrieb von Praxen ermöglicht, die den Qualitätsansprüchen der Gesellschaft und dem medizinischen Standard entsprechen.

Auch der bpt leht die 12% -Erhöhung für die einfachen Sätze kategorisch ab. Seit 2008 sei keine Gebührenanpassung erfolgt, bei einer jährlichen Teuerungsrate von 2,5% (Inflationsausgleich und Kostensteigerung) seien allein minestens 25% erforderlich, um die letzten 9 Jahre anzupassen. Die Stellungnahme des bpt betont auch, dass sich durch lediglich 12% das Problem der Altersarmut von Tierärzten weiter verschärfen würde.

Die vorgeschlagene Erhöhung des einfachen Gebührensatzes für die Beratung von
Nutztierhaltern um 30% (Bestandsbetreuung) falle deutlich zu niedrig aus und verfehle das eigentliche Ziel, nämlich den Anteil der tierärztlichen Beratung am Gesamtumsatz der tierärztlichen Praxis überproportional zu steigern.

"Vollkommen unverständlich" sei die Klausel zur Unterschreitung des einfachen Satzes bei der Katzenkastration. Sie sei "extrem missbrauchsanfällig" und degradiere herrenlose Katzen zu "Tieren zweiter Klasse". Die Regeln der "Guten veterinärmedizinischen Praxis" können auf diese Weise hier nicht ausgeführt werden.

"Ob das Votum der Verbände in einem Wahljahr zu einer Änderung des BMEL-Vorschlages führt, ist aber völlig offen. Tierärzte sind bei weitem keine so große „Wählergruppe“ wie die Nutztierhalter oder gar Tierschützer. Es kann also durchaus sein, dass es nun gar keine Erhöhung gibt. Oder dass das Ministerium seinen Vorschlag trotz Widerspruch unverändert in Kraft setzt." Jörg Held, Redakteur wisiti

Den ganzen Kommentar der Ereignisse von Jörg Held lesen Sie auf www.wir-sind-tierarzt.de

Quellen im Text verlinkt

Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de

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