Tierschutz

Tierschutzkonforme PMSG-Gewinnung für Nutztierhaltung

Stute mit Fohlen
Die Aborteinleitung nach PMSG-Gewinnung bei Stuten in Südamerika ist für deutsche Tierärzte nicht hinnehmbar. Foto: touchingpics.com, pixelio.de

Das von tragenden Stuten gewonnene Hormon PMSG wird als eCG in der Schweine- und Rinderpraxis eingesetzt. Der bpt fordert die Pharmafirmen auf, die Einhaltung der europäischen Tierschutzstandards auf südamerikanischen Pferdefarmen sicher zu stellen.

Equines Choriongonadotropin (eCG), auch bekannt als PMSG (pregnant mare´s serum gonadotropin), ist ein Keimdrüsen stimulierendes Sexualhormon (gonadotropes Hormon), das von tragenden Stuten zwischen dem 40. und 130. Trächtigkeitstag produziert und aus dem Blutserum der Stuten zur Herstellung von Tierarzneimitteln für die Zyklusindukiton und -synchronisation bei Schweinen und Wiederkäuern gewonnen wird.

Einsatz in der Schweinehaltung

Die hormonelle Synchronisation des Sexualzyklus bei Sauen wird seit Jahrzehnten durchgeführt, um eine tierschutzgerechte Gruppenhaltung mit angemessenen Hygienekonzepten ("Rein-Raus-Prinzip") mit dem Ziel einer Verbesserung der Tiergesundheit und der Minimierung des Antibiotikaeinsatzes umzusetzen. Zudem ist so die Bereitstellung großer Ferkelpartien einer Herkunft mit annähernd gleichem Gewicht und Alter mit bekannten Gesundheitsstatus für den Schweinefleischmarkt möglich.

Einsatz in der Rinderhaltung

Synchronisationsprogramme werden hauptsächlich in Mutterkuhherden mit saisonaler Abkalbung bei den Kühen angewendet, die zu Beginn der Belegungssaison keinen Sexualzyklus aufweisen. Die Gabe von eCG soll sicherzustellen, dass sie rechtzeitig tragend werden, um nicht am Ende der Saison geschlachtet werden zu müssen. Zudem wird eCG beim Embryotransfer eingesetzt.

Das Hormon eCG wirkt bei Sauen und Kühen sicher und effektiv, eine synthetische Alternative steht derzeit nicht zur Verfügung.

Europäische Tierschutzstandards für die Haltung der tragenden Stuten gefordert

Aktuell sind Methoden der eCG-Gewinnung auf Pferdefarmen in Südamerika bekannt geworden, die aus tierschutzrechtlicher und ethischer Sicht nicht tolerierbar sind. Im Gegensatz dazu sind in Deutschland die Haltungsbedingungen von Pferden, die der Herstellung von Blutprodukten dienen, in den Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung, Transport und Verabreichung von Blut- und Blutprodukten beschrieben. Eine Blutspende darf nur alle 4 Wochen erfolgen und eine Aborteinleitung nach Hormongewinnung ist grundsätzlich nicht hinnehmbar.

Ein Antrag Niedersachsens bei der Amtschef- und Agrarministerkonferenz forderte die Bundesregierung auf, sich gemeinsam mit anderen EU-Staaten für ein Import- und Anwendungsverbot einzusetzen, falls eine tierschutzgerechte Herstellung des Präparats in Südamerika nicht sichergestellt werden kann. Anlässlich dieser Beratungen hat der bpt die Stellungnahme „Einsatz von PMSG in der Nutztierpraxis und der Gewinnung des Stutenhormons auf südamerikanischen Pferdefarmen“ veröffentlicht.

Quelle: www.tierärzteverband.de

Foto: www.pixelio.de

Vet-consult Magazin

Online-Kurse