Berufspolitik

Tierärztlicher Notdienst - das Problem eskaliert

Allzeit einsatzbereit
Allzeit bereit - der tierärztliche Notdienst überfordert viele Tierarztpraxen. Foto: Bernd Kasper, pixelio.de

Schon lange ärgert viele Kollegen die Einteilung des Notdienstes oder das Abwerben von Patienten im Notdienst. Auch können immer weniger Einzelpraktiker am Notdienst teilnehmen, weil sie sich keine Angestellten leisten oder Kinder zu versorgen haben.

Zugleich erwägen Inhaber „Tierärztlicher Kliniken“, ihre Klinikzulassung zurückzugeben, weil sie keine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft leisten wollen, wie sie die (meisten) Berufsordnungen fordern. Denn seit sich herumspricht, dass Angestellte im Bereitschaftsdienst auch bezahlt werden müssen und es außerdem gesetzliche Höchstarbeitszeiten gibt, sehen sich viele außerstande, diese höheren Personalkosten zu erwirtschaften.

Bei der Bielefelder bpt-Intensivfortbildung für die Kleintierpraxis Ende Februar war die „Berufspolitische Stunde“ des bpt wie schon 2014 wieder dem Notdienst gewidmet. Experten aus Praxis und Beratung versuchten eine Analyse der Situation und gaben Hinweise für individuell passende Lösungen.

So wird die Dramatik des nächtlichen Personalproblems unterschiedlich bewertet. Wer die Nachtdienste angemessen entlohnen möchte, muss auch erheblich mehr Umsatz generieren. Berührungsängste vor der Preiskalkulation blockieren jedoch jede Lösung. Mit „GOT einfach“ sei kein Notdienst anzubieten.

Fazit: Der Markt muss es richten

Eine zufriedenstellende Lösung der Notdienstregelungen kommt wohl erst, wenn die in Deutschland praktizierenden Tierärzte ohne jede Ausnahme für ihre hochqualifizierten Leistungen auch angemessene Preise fordern. Bis dahin werden erfolgreiche ausländische Geschäftsmodelle hier nicht funktionieren. Schulungs- und Beratungsangebote zum wirtschaftlichen Betrieb einer Tierarztpraxis gibt es, Tendenz steigend. Dann erst entsteht eine Win-Win-Situation – für Inhaber, Angestellte und Tierbesitzer.

Eine ausführliche Problemanalyse und Lösungsansätze gibt hier.

Quelle: bpt

Foto: Bernd Kasper, pixelio.de

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