TÄHAV

Umwidmungsverbot und Antibiogrammpflicht

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Es ist damit zu rechnen, dass sich mit der Neufassung der TÄHAV auch die Dokumentationspflichten für Tierärzte erhöhen. Foto: Zaspel

Erklärtes Ziel der neuen Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) ist, die Anzahl antibiotischer Behandlungen zu minimieren und Resistenzen einzudämmen. Dies sind die wichtigsten geplanten Änderungen für den Praktiker:

Umwidmungsverbot: Arzneimittel, die Cephalosporine der 3. oder 4. Generation oder Fluorchinolone enthalten, dürfen bei Rind, Schwein, Pute, Huhn, Hund und Katze nur noch bei der Tierart eingesetzt werden, für welche die Zulassung gilt. In Diskussion ist auch ein Umwidmungsverbot für Colistin. Eine Umwidmung für andere Indikationen bei gleicher Zieltierart wird aber weiterhin möglich sein.

Antibiogrammpflicht: Werden Fluorchinolone oder Cephalosporine der 3. oder 4. Generation bei oben genannten Tierarten angewendet, ist im Rahmen der Behandlung ein Antibiogramm zu erstellen. Bei Rind, Schwein, Huhn oder Pute in Gruppenhaltung besteht auch bei Anwendung anderer Antibiotika Antibiogrammpflicht, wenn...

  • das Präparat gewechselt,
  • wiederholt oder längerfristig (über sieben Tage) behandelt wird,
  • Antibiotika kombiniert verabreicht werden (ausgenommen sind zugelassene Kombi-Präparate) oder von den Zulassungsbedingungen abgewichen wird.
Nachweisregelungen: Der neue Entwurf erweitert die Dokumentationspflicht. Festgehalten werden müssen unter anderem Nutzungsart und Therapiehäufigkeit aber auch Angaben wie das Gewicht der Tiere.

Noch zu klären: Es bleiben viele Fragen offen. Nicht geklärt ist zum Beispiel, wie oft Antibiogramme erstellt werden müssen oder was genau unter einer „Tiergruppe“ zu verstehen ist. Stellt eine Bestandsbetreuung eine fortgesetzte Behandlung dar? Es ist zu wünschen, dass hier noch Klarheit und damit Rechtssicherheit für die Tierärzte geschaffen wird.

Aktuell überarbeitet das Ministerium den Entwurf, um ihn dann erst der EU-Kommission und anschließend dem Bundesrat vorzulegen. Falls die Änderungen noch vor der Bundestagswahl beschlossen werden, könnte die neue TÄHAV ab Herbst gelten. Vet-consult berichtete über die berufspolitischen Diskussionen.

Quelle: vetline.de

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