Tierärztliche Hausapothekenverordnung

Verbändeanhörung zum "Eckpunktepapier Antibiotika"

Tierärztliche Hausapotheke
Die Tierärztliche Hausapothekenverordnung, die zuletzt 2009 geändert wurde, soll erneuert werden. Foto: vet-consult

Die tierärztlichen Verbände hatten in einer konstruktiven Anhörung beim BMEL Gelegenheit, die aus Sicht der tierärztlichen Praxis kritischen Punkte für die geplante Änderung der TÄHAV darzulegen. Detaillierte Methodenvorschriften für die Erstellung von Resistenztests sind vorerst vom Tisch.

Am 19. Mai fand eine Verbändeanhörung zu dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft  (BMEL) im vergangenen November vorgelegten "Eckpunktepapier Antibiotika" statt. Mit dabei waren die tierärztlichen Verbände bpt, Bundestierärztekammer, Bundesverband der beamteten Tierärzte und Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft sowie die relevanten Tierhalterverbände. Eingeladen, aber nicht erschienen, waren u. a. die gegenüber Antibiotika kritisch eingestellten Verbände Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sowie die Verbraucherzentale Bundesverband.  

Makrolide und Pferde aus dem Entwurf gestrichen
In der konstruktiven Anhörung bestand für die bpt-Delegation Gelegenheit, nochmals ausführlich die aus Sicht der Praxis kritischen Punkte darzulegen. Einigkeit bestand darin, dass sich das Umwidmungsverbot eng an der Risikobewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA orientieren sollte, mithin also die Makrolide nicht unter das Umwidmungsverbot fallen und bei den Tierarten das Pferd zu streichen ist.

Anitibiogrammpflicht auch für Einzeltierbehandlungen?
Keine klare Linie gibt es bei der Frage der Ausgestaltung des Tierschutzvorbehalts. Mit Blick auf die Antibiogrammpflicht ist noch unklar, ob sich diese Verpflichtung ausschließlich auf Tierbestände oder auch auf die Behandlung von Einzeltieren erstrecken soll. Besonders diskutiert wurde, ob ein Antibiogramm vor oder während einer Behandlung angefertigt werden muss, wenn Fluorchinolone und Cephalosporine der 3./4. Generation eingesetzt werden. Für die Behandlung von kleinen Heimtieren und Reptilien sind diese Wirkstoffe alternativlos. Auch was die vorgesehenen Anforderungen an die Durchführung von Antibiogrammen anbelangt, bewegt sich das BMEL auf die u. a. vom bpt vertretene Linie zu, wonach das Verfahren praxistauglich sein muss. Das BMEL strebt keine detaillierten Methodenvorschriften mehr an.  

Die Ergebnisse der Verbändeanhörung fließen in den Verordnungsentwurf über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV) ein, der im Herbst vorliegen soll.

Quelle: bpt

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