Ferkelkastration

Verordnung verfehlt Staatsziel Tierschutz

BTK_Schwein
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Die Bundestierärztekammer (BTK) ist empört über die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV). „Was nutzt eine Staatszielbestimmung wenn sich Rechtsetzungsorgane nicht daran halten?"

Den Tierschutz als Staatsziel zu formulieren war 2002 als großer Erfolg gefeiert worden. Seitdem sollte das Gebot gelten, dass bei Wahlmöglichkeit die tierschonendste Methode gewählt werden muss. Angesichts des aktuellen Entwurfs der FerkBetSachkV scheint dies jedoch nach 17 Jahren nicht mehr zu gelten. Ist der Tierschutz in einem Ministerium noch richtig aufgehoben, das offensichtlich in Abwägungsprozessen zu Ungunsten der Tiere entscheidet?

Der Präsident der BTK, Dr. Uwe Tiedemann, erinnert an die zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass unter dem Gesichtspunkt des Schutzes der Tiere vor vermeidbaren Schmerzen eine operative Entfernung der Hoden bei Ferkeln unter Betäubung nicht mehr vertretbar ist. Da das mit dem Eingriff am Tier verfolgte Ziel, den Ebergeruch im Fleisch sicher zu vermeiden, auch mit anderen Methoden erreicht werden kann, gibt es keinen vernünftigen Grund mehr, an der chirurgischen Kastration festzuhalten. Darüber hinaus ist eine Ferkelkastration mit dem ethischen Anspruch des Tierschutzgesetzes unvereinbar.

Das Bundesministerium habe sich offensichtlich dazu entschieden, diversen Erkenntnissen, die für einen tierschutzgerechten Ausstieg aus der betäubungslosen, chirurgischen Kastration von Ferkeln sprechen, zu trotzen, so die aktuelle Pressemitteilung der BTK.

 

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