BTK fordert verpflichtende Tierdatenbank

Schlachthof
Befunderhebung am Schlachthof. Foto: Heil

Die Bundestierärztekammer (BTK) drängt auf die Einführung einer verpflichtenden Tierdatenbank. Eine solche Datenbank sei unerlässlich, um die Tiergesundheit im Bestand endlich mess- und zwischen den Betrieben vergleichbar zu machen.

Das erklärte BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann anlässlich der Veröffentlichung eines Positionspapiers, das die Delegiertenversammlung der Tierärzteschaft Mitte September in Berlin beschlossen hat.

Für eine Tiergesundheitsdatenbank müssten die rechtlichen Voraussetzungen für die einheitliche Erhebung von Tiergesundheits- und Tierschutzindikatoren im Rahmen der Schlachttier- und Fleischuntersuchung sowie für die Erfassung tierschutzrelevanter Daten im Rahmen der Tierkörperbeseitigung geschaffen werden. Außerdem gehe es um die tierschutzfachliche Auswertung von betriebsbezogenen Datenbanken wie der HIT-Datenbank oder der Antibiotikadatenbank. Diese Daten müssten in geeigneter Form für die im Tierschutzgesetz geregelte Eigenkontrolle der Tierhalter und im Rahmen der behördlichen Überwachung genutzt werden können.

Für eine Verbesserung des Tierschutzes bei Nutztieren unerlässlich

Die Forderung nach einer Tierdatenbank ist eine von fünf Maßnahmen im Tierschutzrecht, die nach BTK-Auffassung für eine Verbesserung des Tierschutzes bei Nutztieren unerlässlich sind. Der Tierärzteschaft geht es ferner um die Einführung eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens für Stallsysteme, einen Erlaubnisvorbehalt für die Haltung und Züchtung landwirtschaftlicher Nutztiere, den Ausstieg aus den derzeit noch erlaubten nicht-kurativen Amputationen sowie eine Anpassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

Es sei nicht ausreichend, zur Lösung der drängenden Probleme in der Nutztierhaltung ausschließlich auf freiwillige Vereinbarungen zu setzen, erklärte BTK-Präsident Tiedemann. Seiner Auffassung nach fehlen in der gegenwärtig geführten Diskussion zur Nutztierhaltung gezielte politische Maßnahmen für eine tatsächliche strategische Neuausrichtung.

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