Hobbytier macht mehr Umsatz als Nutztier

Injektionsnadel

Der Tierarzneimittelmarkt legt in Deutschland um knapp 3 Prozent zu. Treiber des Wachstums ist vor allem das Kleintiersegment. Die Anzahl der Antibiotika-Anwendungen sinkt.

Der Tierarzneimittelmarkt in Deutschland hat im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent zulegen können. Der Gesamtumsatz des Marktes belief sich auf 811 Mio. €. Die Zahlen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) zeigen aber auch, das weniger Antibiotika eingesetzt wurden. 

Die Anwendung von Antibiotika in der Veterinärmedizin hat sich lauf BfT in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert. Dies liegt zum einen an den Maßnahmen zur Reduktion von Antibiotika im Nutztierbereich. Hinzu komme ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Antibiotika, so der BfT. Entsprechend stagnierte das Antiinfektivasegment. Der Antiparasitikamarkt verzeichnete nach den starken Zuwächsen der vergangenen Jahre 2017 ein Wachstum von nur noch 0,4 Prozent.

Wachstumstreiber sind Innovationen im Kleintierbereich

Die Teilmärkte wuchsen wie folgt:

  • Pharmazeutische Spezialitäten: + 5,4 Prozent
  • Biologika: + 3,5 Prozent
  • Antiparasitika: + 0,4 Prozent
  • Antiinfektiva: + 0,1 Prozent. 

Wesentliche Treiber für das Wachstum im Gesamtjahr waren damit wiederholt das Impfstoffsegment und Innovationen vor allem im Kleintierbereich. Das Umsatzverhältnis Hobbytier zu Nutztier bezifferte Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT, mit etwa 53 zu 47 Prozent.

AZM_Markt

„Ein weiterhin aufstrebendes Hobbytiersegment sowie stabile europäische und internationale Agrarmärkte sind maßgeblich für die weitere Entwicklung unseres Geschäftsumfelds", sagt so der BfT-Vorsitzende Jörg Hannemann und warnt vor Risiken: "Tierseuchen, insbesondere eine Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest nach Deutschland, können für den Agrarmarkt erhebliche Auswirkungen haben", so Hannemann.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit

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