Schärferer Kurs gegen Antibiotikamissbrauch bei Nutztieren gefordert

DK_Antibiotika
Foto: Schnippe

Dänemarks Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen hat die Europäische Union aufgefordert, stärker gegen übermäßigen Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung vorzugehen.

Mit Blick auf den aktuellen Monitoringbericht der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), dem zufolge der Antibiotikaverbrauch bei Nutztieren beispielsweise in Spanien und Italien zwischen 2013 und 2014 um wenigstens ein Fünftel gestiegen ist, warnte Larsen, dass die Entwicklung vor allem in den südeuropäischen EU-Ländern in die völlig falsche Richtung gehe.

Dem Minister zufolge weist der Bericht für Spanien im Jahr 2014 bezogen auf Großvieheinheiten einen Verkauf von 418 mg Antibiotika pro korrigierte Populationseinheit (PCU) aus, während der entsprechende Vergleichswert für Dänemark bei 44,2 mg/PCU und für Deutschland bei 149,3 mg/PCU lag.

Gelbe Karte und Behandlungsplan

Larsen verwies in diesem Zusammenhang auf den Erfolg des dänischen „Gelbe-Karte-Systems“, das dazu beigetragen habe, den Antibiotikaverbrauch in der Schweinehaltung des Landes
seit 2009 um rund ein Fünftel zu minimieren. Nach dem in Dänemark praktizierten System erhalten Landwirte mit zu hohem Verbrauch ab einem bestimmten Punkt eine Warnung und müssen sich einer obligatorischen Beratung zur Haltung und Behandlung erkrankter Tiere unterziehen, um den Einsatz von Antibiotika zu senken. Vor kurzem wurde das System verschärft und sieht noch niedrigere Auslöseschwellen bei Tetracyclinen vor. Dänemark hat damit nach Ansicht von Larsen einen Weg zu geringeren Antibiotikaverwendungen in der Nutztierhaltung ohne Kompromisse beim Tierschutz aufgezeigt. Der Ressortchef will deshalb das Problem bei den nächsten EU-Ratssitzungen zum Thema machen und auch auf Lösungen drängen.

(AgE)

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