Tierseuchen

Vogelgrippe Typs H5N8 breitet sich aus

Hühnerhof
Gebietsweise wurde die Freilandhaltung von Geflügel zum Schutz der Tiere verboten. Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

Nach dem Auftreten der Vogelgrippe des gefährlichen Typs H5N8 ist die Freilandhaltung im Süden verboten. Produzenten in Norddeutschland sollten vorgewarnt sein. (Update)

Bei 37 am Bodensee tot aufgefundenen Enten ist das Virus H5N8 nachgewiesen worden. Bei weiteren 13 Funden laufen die Untersuchungen noch. Die Fundorte liegen rund um den Bodensee in Konstanz, Radolfzell, Moos, Bodman-Ludwigshafen und Friedrichshafen. Angesichts dieser Entwicklung warnt heute das Friedrich-Loeffler-Institut: In Deutschland sei von einem hohen Eintragsrisiko durch Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen. Das betrifft insbesondere Ställe in der Nähe von Wasservogelsammelplätzen. Die Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit empfiehlt strenge Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügelbetrieben und verstärkte Untersuchungen von Geflügelhaltungen.

Am Bodensee wurde behördlich angeordnet, in einem Uferstreifen von 1.000 Metern Breite die Geflügelbestände aufzustallen. In diesem Schutzstreifen gelten zusätzlich besondere Sicherheitsmaßnahmen, die auch vorsorglich entlang des gesamten baden-württembergischen Rheinufers auf 500 Meter Breite angeordnet sind, erklärte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

Österreich bestätigt H5N8

Auch in Vorarlberg wurden bei fünf Wildvögeln Erreger der Vogelgrippe nachgewiesen. Die verendeten Tiere waren über das Wochenende rund um den österreichischen Teil des Bodensees gefunden worden. Untersuchungen ergaben, dass es sich um den hochpathogenen Typ H5N8 handelt. Bislang gibt es in Österreich keine Anhaltspunkte, dass auch Hausgeflügel betroffen ist.

Im Norden weitere Verdachtsfälle

In Schleswig-Holstein gibt es weitere Verdachtsfälle von Geflügelpest bei Wildvögeln. Enten aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde sind bei ersten Untersuchungen des Landeslabors positiv auf Influenza-A-Viren des Subtyps H5 getestet worden, teilte das Umweltministerium in Kiel mit. Die zuständige Veterinärbehörde rchtete Sperrgebiete und Beobachtungsbezirke ein. Im Kreis Plön sind zuvor an acht Seen etwa 240 tote Wildvögel mit dem Erreger H5N8 entdeckt worden. Im ganzen Land gilt die Stallpflicht für Geflügel.

Zudem wurden erstmals Proben von verendeten Puten aus einer kleinen Geflügelhaltung im östlichen Landesteil positiv auf Influenza-A-Viren des Subtyps H5 getestet, teilte das Ministerium mit. Eine endgültige Feststellung der Geflügelpest durch das nationale Referenzlabor für aviäre Influenza, das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), steht noch aus. Laut Umweltministerium hatte der Tierhalter seine Tiere nach Bekanntwerden des Geflügelpestverdachts bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein ausschließlich im Stall gehalten. Die zuständige Veterinärbehörde bereitet die notwendigen Restriktionsgebiete vor.

Zudem liegen jetzt insgesamt 33 Probenergebnisse des FLI von Tieren von der Plöner Seenplatte vor. Alle an das FLI eingeschickten Verdachtsproben wurden positiv auf HPAI H5N8 getestet und weisen eine hohe Viruskonzentration auf. Täglich werden weitere Totfunde von Wildvögeln gemeldet, exakte Zahlen liegen nicht vor. Veterinäre sind dabei, stichprobenartig Proben zur Untersuchung zu nehmen.

Mecklenburg-Vorpommern bereitet Aufstallungspflicht vor

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind inzwischen Fälle von Geflügelpest des hochpathogenen Subtyps H5N8 (HPAI H5N8) bei Wildvögeln festgestellt worden. Eine landesweite Aufstallung wurde auch dort angeordnet.

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