optiKuh: Projekt für optimierte Haltung und Zucht von Milchkühen

Kompoststall

Wie sich die Tiergesundheit und das Tierwohl in der Milchproduktion bei gleichzeitiger Schonung des Klimas und steigender Wirtschaftlichkeit verbessern lassen könnten, wird in dem Forschungsverbundprojekt "optiKuh" untersucht.

Neue Wege zur Verbesserung der Haltung von Milchkühen stehen im Fokus des Forschungsverbundvorhabens „optiKuh“, das am 19. März 2015 mit der Übergabe des Zuwendungsbescheides an die 15 Kooperationspartner durch den Parlamentarischen Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Peter Bleser, offiziell gestartet wurde.

In dem Forschungsprojekt soll den Fragen nachgegangen werden, wie sich in der Milchproduktion die Tiergesundheit und das Tierwohl weiter verbessern, das Klima schonen und zugleich die Wirtschaftlichkeit steigern lassen. Es ist für eine Laufzeit von 36 Monaten geplant und beträgt über ein Gesamtvolumen von rund 3,35 Mio. Euro. Es wird mit Mitteln aus dem Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Höhe von etwa 2,55 Mio. Euro finanziell unterstützt.

Zucht, Haltung, Fütterung und Pflege müssen ineinandergreifen

Nach Auffassung des „optiKuh“-Projektleiters Prof. Hubert Spiekers von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) müssen die Faktoren Zucht, Haltung, Futter und Pflege ineinandergreifen, um die optimalen Bedingungen für Milchkühe zu erreichen. Genau dort setze „optiKuh“ an.

Bleser betonte, dass das Projekt einen „Meilenstein“ auf dem Weg zu einem bundesweiten Datenverbund aller Betriebe mit einer automatischen Erfassung der individuellen Futteraufnahme darstelle: In zwölf Versuchs- und Referenzbetrieben soll durch umfassende Untersuchungen eine auf Futteraufnahme und Stoffwechselstabilität ausgerichtete Zucht unter Beachtung der Methanemissionen und der Futtereffizienz vorangebracht werden.

Ferner sei die Ausgestaltung der Fütterung ein Untersuchungsschwerpunkt. Hier sollen die unterschiedliche Fütterungsintensität, die Nutzung von Spektraldaten der Milch und längerfristige Fütterungsversuche für neue Erkenntnisse sorgen.

Alle Daten sollen genetisch-statistisch unter Einbeziehung genomischer Information ausgewertet werden und die Ergebnisse in Empfehlungen für die Umsetzung in der Zucht einfließen.

Deutsche Rinderzuchtverbände gebündelt über die FBF beteiligt

Der Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) ergänzte, dass bei dem Vorhaben eine umfassende, rasseübergreifende Datenbasis aller zwölf Forschungseinrichtungen in Deutschland geschaffen und mit modernen genomischen Zuchtmethoden genutzt werde.

Die deutschen Rinderzuchtverbände brächten neben der inhaltlichen Beteiligung auch finanzielle Beiträge in das Projekt ein. Der FBF ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden in der Tierzucht und Besamung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (AgE, BMEL)

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