Tierseuchenbekämpfung

1 Mio. Euro gegen die Blauzungeninfektion

Wolfgang Dirscherl pixelio.de
Blau ist hier nur der Himmel... Foto: Wolfgang Dirscherl, pixelio.de

Die Kosten für den Impfstoff gegen das Blauzungenvirus werden in Baden-Württemberg von der Tierseuchenkasse und dem Land gemeinsam getragen. Voraussichtlich ab Mitte April soll mit den freiwilligen Imfungen begonnen werden.

„Die Tierhalterinnen und Tierhalter im Land sollten die Möglichkeit nutzen und ihre Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit impfen lassen. Die Impfung stellt den einzig wirksamen Schutz vor einer Erkrankung dar und erspart den Tieren unnötige Schmerzen und Leid. Gemeinsam mit der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg unterstützen wir die Tierhalter bei der Impfung“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde, der im Land auch für Tierschutz und Tiergesundheit zuständig ist.

Tierseuchenkasse erstattet Impfstoffkosten

Das Land wird die Impfstoffkosten bei Ziegen vollständig übernehmen. Bei Rindern und Schafen trägt es bis zu 50 Prozent der Impfgebühren. Das Land stellt bis zu 700.000 Euro für die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit bereit. Gemeinsam mit der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg, die die Impfstoffkosten bei Rindern und Schafen vollständig erstattet, stellen Land und Tierseuchenkasse über eine Million Euro zur Verfügung.

Abhängig von der Größe des Tierbestands übernimmt das Land bei den Impfgebühren bis zu zwei Euro für die zur Grundimmunisierung erforderliche zweimalige Impfung für jedes geimpfte Rind und bis zu 1,50 Euro für jedes geimpfte Schaf. Die Tierseuchenkasse Baden-Württemberg erstattet zudem sämtliche Impfstoffkosten bei der Impfung von Rindern und Schafen. Bei den Ziegen wird das Land die Impfstoffkosten vollständig tragen. „Mit der Impfung sollen sowohl Erkrankungen als auch Tierverluste, wie sie insbesondere bei Schafen und Ziegen in Südosteuropa berichtet wurden, verhindert werden“, sagte der Minister.

BTV 8 aus Frankreich, BTV 4 aus Österreich im Anflug

Seit September 2015 wurde in Frankreich in über 210 Nutztierhaltungen die Blauzungenkrankheit nachgewiesen. Die Sperrzone, die im Umkreis von 150 Kilometer um die betroffenen Betriebe eingerichtet wurde, umfasst zwischenzeitlich den größten Teil Frankreichs und ist rund 60 Kilometer von der deutsch-französischen Grenze in Südbaden entfernt. Allein in diesem Jahr wurden bereits 64 Ausbrüche der Blauzungenkrankheit in Frankreich gemeldet. In Österreich wurde seit November 2015 ein weiterer Serotyp des Blauzungenvirus (BT-Virus) in der Steiermark und im Burgenland nachgewiesen. Ob und wie schnell sich diese beiden Seuchengeschehen auf Baden-Württemberg ausdehnen werden, hängt von den weiteren Entwicklungen in den Nachbarländern ab. Wichtige Faktoren sind dabei das Wetter und damit zusammenhängend die Aktivität der Stechmücken, die das Virus übertragen.

Am besten gegen beide Serotypen impfen

Wegen der Nähe zu Frankreich und der größeren Gefahr der Einschleppung des Virustyps BTV 8 (engl. Bluetongue virus, kurz BTV, Serotyp 8) sollten die Tiere insbesondere gegen das dort nachgewiesene Virus geimpft werden. Da eine Einschleppung des BT-Virustyps 4 aus Österreich nach Deutschland ebenfalls nicht ausgeschlossen werden kann, empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfängliche Tiere gleichzeitig gegen die beiden Virustypen BTV 4 und 8 impfen zu lassen. Den Tierhalterinnen und Tierhaltern entstehen keine höheren Impfstoffkosten, da das Land und die Tierseuchenkasse die Kosten für den Impfstoff komplett übernehmen.

Impfungen ab Mitte April geplant

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz schafft derzeit in enger Abstimmung mit der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg die Voraussetzungen, damit Rinder, Schafe und Ziegen im Land voraussichtlich ab Mitte April 2016 gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden können.

Quelle: www.baden-wuerttemberg.de

Foto: Wolfgang Dirscherl, www.pixelio.de 

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