Tagung

11. Berlin Brandenburgischer Rindertag

11. Berlin Brandenburgischer Rindertag

300 Rindertierärzte aus Deutschland.; Österreich und der Schweiz trafen sich im Universitätsviertel Berlin-Dahlem, um Aktuelles aus der Rindermedizin zu diskutieren.

Das wissenschaftliche Programm startete mit einem intensiven Blick auf die meldepflichtige Tierseuche Q-Fieber. Gleich mehrere Vorträge widmeten sich dem Erreger, dem Zoonosepotential und der Diagnostik. Das Bakterium Coxiella burneti überlebt lange in der Umwelt der Tiere und wird v.a. mit dem Wind weitergetragen. Schafe erkranken in der Regel stärker als Rinder. Bei der Diagnostik unterscheidet man zwischen Phase 1-Antikörper und Phase 2-Antikörper. In vielen Betrieben sind AK-Titer nachweisbar. Ob eine Impfung medizinisch und ökonomisch Sinn macht, ergibt sich erst nach einer sytematischen Bestandsanalyse.

Volle Vortragsräume

 Vom Friedrich Löffler Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, kam ein Beitrag zum Erfolg der BVD-Sanierung. Dr. Gethmann, FLI, zeigte anhand einer Übersicht, dass das flächendeckende Merzen von Virämikern die BVD zurückdrängen konnte. Problematisch ist nur, wie man in Zukunft die naiven (voll empfänglichen Herden) schützen will. Auch ist noch nicht klar, was das machbare Ziel der BVD-Bekämpfung sein soll: BVD-Freiheit oder eine tolerierte Prävalenz.
Eine interessante Studie zum Monitoring  der Biestmilchqualität in Deutschland brachte das Ergebnis, dass 60 % der Kälber auf unseren Betrieben nicht ausreichend mit Immunglobulinen versorgt worden ist.  Im Vergleich zu einer zehn Jahre vorher durchgeführten Studie ist das eine Verschlechterung von 20%. Solange die Situation so ist, sind hohe Todesraten im Kälberstall kein Wunder.
Postersession

Gute Neuigkeiten gab es aus der Mastitistherapie. Die Arbeitsgruppe Krömker stellte chronisch euterkranke Kühe während der Laktation auf dem erkrankten Viertel trocken.
Sie injizierten 15 ml Caseinhydrolysat und stellten das Viertel mit dem Enzym erfolgreich trocken. Der Wirkstoff ist bisher nicht am Euter zugelassen.
Außerdem berichtete Dr. Markus Klawitter, Klinik für Klauentiere, FU-Berlin, wieviel besser die Mortallarosche Krankheit unter einem Verband abheilt. Für seinen Versuch behandelte 162 Kühe mit CTC-Spray und Verband bzw. ohne. Die Ergebnisse zeigten mit Signifikanz, dass 82% der Kühe mit Verband nach 4 Wochen makroskopisch geheilt waren und nur 44% der Kühe ohne Verband.
Der nächste Berlin-Brandenburgische Rindertag findet 2018 statt.
Prof. Müller lädt alle zwei Jahre zum BB Rindertag ein.

 

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