Diagnostik

Aborterreger: PCR verbessert Nachweis

Frühabort
Frühaborte wie dieser bleiben häufig unbemerkt. Bei vorhandenem Abortmaterial empfehlen die Autoren die Erweiterung der Diagnostik-Methode um die PCR, um auch die schwierig nachzuweisenden Aborterreger häufiger zu finden. Foto: Zaspel

Aborte beim Milchvieh führen nicht nur zu wirtschaftlichen Verlusten, sondern können auch zoonotische Risiken beinhalten. Eine Studie in der Schweiz hat die Prävalenz von drei wichtigen, aber schwer nachzuweisenden Aborterregern genauer erforscht.

Coxiella burnetii, Chlamydia abortus und pathogene Leptospira spp. sind drei wichtige Aborterreger in der Milchviehhaltung. Ihr Nachweis ist schwierig, da es sich um intrazellulär lebende (Coxiella und Chlamydia) oder besonders labile Bakterien (Leptospiren) handelt.

Angesichts der zahlreichen möglichen Ursachen von Aborten und der hohen Kosten für eine spezifische Diagnostik werden Untersuchungskosten limitiert. Das führt allerdings dazu, dass der tatsächlich verursachende Erreger häufig unbekannt bleibt. In der Schweiz sind bei Aborten nur ein Basis-Screening und die Färbung zum Nachweis von Coxiella burnetii gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch zeigen die amtlichen Daten dort zwischen 2006 und 2016 neben den 676 nachgewiesenen Fällen von Coxiella auch 43 Leptospirose- und 23 Chlamydiose- Fälle.

Ziel der Studie war es nun, bei 249 Abortfällen in der Schweiz die tatsächliche Prävalenz der drei genannten Aborterreger mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden festzustellen. Hierfür wurden neben der empfohlenen modifizierten Ziehl-Neelsen-Färbung noch Serologie und Molekularuntersuchungen durchgeführt und – soweit Material vorhanden war – auch eine Histologie bzw. Immunhistochemie.

Häufiger als gedacht
Mit der modifizierten Ziehl-Neelsen-Färbung konnte nur in elf Fällen (4,4 Prozent) ein möglicherweise Abort induzierender Erreger nachgewiesen werden. Mithilfe der real-time PCR waren es dagegen 78 Fälle (31,2 Prozent). Weil alle drei Erreger schwer zu kultivieren sind, eine Serologie keine zurückliegenden oder laufenden Infektionen ausschließen kann und die immunhistochemische Untersuchung offensichtlich keine Erreger sichtbar machen konnte, wird die molekulare Untersuchung hier zur Methode der Wahl.

Fazit
Für die Routinediagnostik bei Aborten wird eine erweiterte Diagnostik empfohlen, die eine Molekularuntersuchung (PCR) mit einschließt. Durch eine zusätzliche histologische Untersuchung der Positivbefunde sollen falsch positive PCR-Ergebnisse herausgefiltert werden.

Originalpublikation:
Vidal S, Kegler K, Greub G, Aeby S, Borel N, Dagleish MP, Posthaus H, Perreten V, Rodriguez-Campos S (2017): Neglected zoonotic agents in cattle abortion: tackling the diffi cult to grow bacteria. BMC Vet Res 13: 373.

Quelle: Journal Club, vetline.de

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