Tierseuchen

BHV-1-Sanierung auch in Schleswig-Holstein beendet

Schleswig-Holstein
Für Schleswig-Holstein wird der BHV-1-freie Status der EU im Frühling 2017 erwartet. Foto: Zaspel

Die letzten mit Bovinem Herpesvirus-1 infizierten Rinder (Reagenten) wurden aus den Beständen in Schleswig-Holstein entfernt. Nach Anerkennung des Status werden die Einschränkungen für den Rinderhandel aufgehoben.

Wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel weiter mitteilt wurde in den letzten drei Jahren die Sanierung der Rinderbestände durch die abgestuften Maßnahmen der BHV1-Landesverordnung von 2014 intensiv vorangetrieben. Mit dem Abschluss sind die Weichen gestellt, um gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg die Anerkennung als BHV1-freie Region gemäß Artikel 10 der Richtlinie 64/432/EWG zu erreichen. Als nächster Schritt folgt die formale Anerkennung durch die Europäische Kommission, anschließend ist die rechtliche Umsetzung der Anerkennung erforderlich. Erst von dann an ist Schleswig-Holstein offiziell als BHV1-freie Region anerkannt und die Erleichterungen als BHV1-freie Region treten in Kraft. Dieses Verfahren soll im Laufe des ersten Quartals 2017 abgeschlossen sein.

Biosicherheitsmaßnahmen und Kontrolluntersuchungen weiterhin unbedingt einhalten
Um den erreichten Status nicht zu gefährden, gilt es nun, die BHV1-freien und damit empfänglichen Bestände zu schützen. Die Biosicherheitsmaßnahmen müssen durch die Rinderhalterinnen und Rinderhalter konsequent eingehalten werden, damit das BHV1-Virus nicht wieder in die Bestände gelangt. Die Impfung steht in BHV1-freien Regionen grundsätzlich nicht mehr zur Verfügung. Auch die vorgeschriebenen Kontroll-untersuchungen nach der BHV1-Verordnung sind weiterhin regelmäßig durchzuführen.

Hintergrund
Fast alle anderen Bundesländer sind bereits als BHV1-freie Regionen anerkannt, zudem Dänemark, Schweden, Finnland, Österreich und ein Teil Italiens. Für Rinder, die aus Schleswig-Holstein in diese Länder verbracht werden, müssen bislang noch mit hohem Aufwand verbundene Zusatzgarantien wie Blutuntersuchungen und Unterbringung in einer Quarantäne gewährleistet werden. Dies wird entfallen, sobald Schleswig-Holstein die Anerkennung als BHV1-freie Region erhalten hat.

Die Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche der Rinder, die seit 1997 staatlich bekämpft wird. Sie kann zu Erkrankungen und Leistungseinbußen bei den Tieren führen. Für Menschen ist sie ungefährlich. Wenn das Virus aus den Beständen getilgt ist, wird das zum einen zur Verbesserung der Tiergesundheit beitragen, zum anderen den Rinderhalterinnen und Rinderhaltern im Land wieder einen gleichwertigen Zugang zum Handel eröffnen.

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein

Vet-consult Magazin

Online-Kurse