Kongress

BPT in der Eurotier

BPT Hannover 2016

Der diesjährige bpt-Kongress in Hannover stand ganz im Zeichen der Eurotier. So begann der Kongress mit den Themenrundgänge über die internationale Messe mit Specials zu Eutergesundheit und Ferkelmast. Neu war ein Rundgang speziell für Studierende.


Kalzium-Bolus für alle Kühe
Im Rahmen der Fachtagung berichtete Dr. Borchardt von der FU-Berlin über die Ergebnisse einer großangelegten Studie zur Erfassung der subklinischen Hypokalzämie. Bis zu 40% der frischlaktierenden Mehrkalbskühe sind davon betroffen. Bei Kosten von 110 Euro pro Tier geht dem Milchkuhhalter hier viel mehr Geld verloren als durch den geringen Prozentsatz (4%) an klinischem Milchfieber mit Kosten von 265 Euro pro Fall. Die Verluste durch subklinisches Milchfieber sind so hoch, dass eine strategische Prophylaxe bei Mehrkalbskühen sinnvoll ist. 
Prof. Rehage von der TiHo-Hannover hat die Wirkung von Monesin (Kexxtone) bei überkonditionierten Tieren in einem Fütterungsversuch untersucht. Der Kexxtone-Bolus reduzierte bei fetten Kühen post partum erwartungsgemäß den BHB-Wert im Blut, konnte aber die Fettmobilisation nicht stoppen. Milchleistung und TM-Aufnahme wurde durch Monensin nicht nachweislich beeinflusst.


Eutergesundheit immer noch nicht gut
Prof.  Krömker von der Hochschule Hannover hat nach evidenzbasierten Zusammenhängen zwischen Fütterung und Mastitis gesucht und konnte einige Studien zeigen, die klare Beziehungen nachweisen. So haben überkonditionierte Färsen ein erhöhtes Masttisrisiko. Eine Energiemangelsituation (Ketose) verringert die Immunabwehr im Euter. In einer Metaanalyse konnte er zeigen, dass die Supplementierung von  Vitamin E (<1000 IU) Selenversorgung (>3,6g) die Mastitisrate um 34% senken konnte.
Dr. Britta Behr vom DLQ stellte erste Ergebnisse der deutschlandweiten Umsetzung der Eutergesundheitskennzahlen vor. Dabei zeigte sich, dass die Eutergesundheit weiterhin Reserven (Übersicht) hat. Doch allein die Berechnung der Kennzahlen ist die Basis für eine kontrollierte Verbesserung der Eutergesundheit im Betrieb.
 

DLQ Daten 2016


Heatime hält, was es verspricht
Ebenfalls von der Rinderklinik in Hannover kamen Ergebnisse von Prof. Hoedemaker. Sie hat das automatische Brunsterkennungssystem Heatime mit der visuellen Brunstbeobachtung verglichen. Dabei schnitt Heatime mit hoher Verlässlichkeit (92%) gegenüber der visuellen Brunstbeobachtung (nur 60%) ab. Mögliche Störfaktoren wie BCS-Verlust, Lahmheiten schienen keinen negativen Einfluss auf die Genauigkeit zu haben. Die Professorin empfahl das System für eine Verbesserung des Managements in Milchkuhbetrieben.
Ist eine Kuh erst einmal besamt, kommt es in 90% der Fälle zur Konzeption. Doch nur 40% dieser Kühe kalben auch wirklich ab. Die meisten Abgänge sind in der Embryonal-oder Fetalphase. Prof. Schmicke, Leiterin der Endokrinologie der TiHo berichtete, dass die Abgangsrate bis zum 24. Trächtgkeitstag bei Einzelträchtigkeiten bei 8 % bei Zwillingen bei 29% liegt. Äußerlich sieht man in der Regel nur ein Umbullen. Weitere diagnostische Hilfsmittel wie PAG Test oder Ultraschall funktionieren erst nach dem 24. Tag. Trächtigkeitsabbrüche steigen im Zusammenhang mit Mastitisden, negativer Energiebilanz und niedrigen Progesteronwerten. Steigende Milchleistungen sind grundsätzlich nicht verantwortlich.


Kryptosporidien weit verbreitet in Kälberställen
Im Themenbereich Kälbergesundheit stellte Dr. Trautenhahn von der Rinderklinik Berlin eine Übersichtsstudie zu dem Vorkommen von Kryptosporidien und Rotaviren vor. Wenn 20% der Kälber mit einem pathogenen Durchfallerreger infiziert sind, dann besteht Handlungsbedarf und es muss nach Mc Guirk eine Schwachstellenanalyse durchgeführt werden. Die 20 %- Marke überschreiten für das Rotavirus 30% der Betriebe und bei Kryptosporidein sind es sogar 80%. Dazu kommt, dass die in einem Fliegenkot-Punkt enthaltene Menge an Kryptosporidien reicht, um ein Kalb zu infizieren.


Gute Zunahmen und Gesundheit bei ad libitum Kälbertränke

Dr. Petra Wolf von der Uni Rostock, hat einem Fütterungsversuch die ad libitum Tränke mit jeweils frisch angerührtem MAT (200g/Liter) untersucht. Sie konnte erstaunlich hohe Tränkeaufnahmen (bis 18 Liter pro Tag in der ersten Lebenswoche) messen. Die tägl. Zunahme stieg in der ad libitum Gruppe auf 1200g pro Tag. Restriktiv gefütterte Kälber zeigten bis zu 300 g weniger Zunahme. Die Kotqualität zeigte keine Unterschiede. Ihr Ergebnisse unterstreichen, dass die ad libitum Tränke Zunahmen und Gesundheit der Kälber verbessern.

Vet-consult Magazin

Online-Kurse