Tierschutz

Berufsbild Veterinärassistent im Gespräch

B. Otte-Kinast
Um die Qualtiät und Quantität der Tierschutzkontrollen zu verbessern, soll die Zahl der Ausbildungsplätze für künftige Amtstierärzte aus Mitteln des Landes Niedersachsen deutlich aufgestockt werden. Foto: Barbara Otte-Kinast, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Nach der Schließung des Schlachthofes in Bad Iburg möchte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast zusätzliches qualifiziertes Personal zur Unterstützung der Amtstierärzte bei Tierschutzkontrollen einsetzen.

Dafür möchte sie das Berufsbild des "Veterinärassistenten" in Angriff nehmen. In den neuen Projektgruppen „Transport“ sowie „Schlachten und Töten“ der Niedersächsischen Nutztierstrategie werde künftig mit allen Akteuren daran gearbeitet, den Tierschutz im Land weiter voranzubringen. Zur Sicherung des Kontrollsystems kündigte die Ministerin unangemeldete, risikoorientierte Kontrollen in Schlachtbetrieben an, um die ordnungsgemäße Anwendung des geltenden Rechts zu überprüfen. Die Durchführung solle gemeinsam mit den Landkreisen und dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) erfolgen. Außerdem hätten die Mitarbeiter ihres Ministeriums mit den obersten Landesbehörden der anderen Bundesländer Kontakt aufgenommen, um zukünftig länderübergreifende, kriminelle Aktivitäten Einzelner wirkungsvoll zu unterbinden, so Otte-Kinast. Darüber hinaus seien Gespräche mit den tierärztlichen Bildungsstätten und der Tierärzteschaft geplant.

Die Ministerin hatte sich vergangene Woche „schockiert“ über das Leid der Tiere, das „kollektive Wegschauen“ vieler Beteiligter und „das Versagen der amtlichen Kontrolleure“ gezeigt. Noch in diesem Jahr soll es laut Ankündigung von Otte-Kinast landesweit „verpflichtende Dienstbesprechungen mit allen in der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung tätigen Tierärzte“ geben, in denen die Themenbereiche Transportfähigkeit von Tieren, Rechtsvorgaben zu Notschlachtungen sowie Durchführung der amtlichen Schlachttieruntersuchung angesprochen werden.

Der Landkreis Osnabrück wird den Schlachtbetrieb Bad Iburg nach Veröffentlichung der tierschutzwidrigen Videoaufnahmen dauerhaft stilllegen. Otte-Kinast räumte ein, dass sowohl die Qualität als auch die Quantität der Tierschutzkontrollen auf landwirtschaftlichen Betrieben verbesserungsbedürftig seien. Um dem konkret entgegenzuwirken, werde die Zahl der Ausbildungsplätze für künftige Amtstierärzte aus Mitteln des Landes deutlich aufgestockt.

Quelle: AgE

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