Mastitisforschung

Biofilm im Euter identifiziert

Biofilme schützen Bakterien vor Antibiotika.

Biofilme bestehen aus Bakterien in einem Verbund und behindern dadurch antibiotischen Wirkstoffen den Erreger zu bekämpfen. Ein Arbeitsgruppe hat Biofilme sichtbar gemacht.

Biofilme bestehen aus Bakterien, die in eine Matrix eingebettet sind. Sie werden im Alltag oft als schleimiger Belag wahrgenommen. So ein Biofilm konnte nun auch von einer deutschen Arbeitsgruppe in Eutervierteln nachgewiesen werden, die mit Staphyloccocus aureus infiziert waren. Im Euterviertel ist der Biofilm in der Lage die Wirkung von Antibiotika zu schwächen (erschwerte Diffusion der Antibiotika durch die Matrix) und dem angeborenen Immunsystem zu entgehen. Dies kann zu anhaltenden oder rezidivierenden Mastitiden führen und könnte ein Erklärungsversuch sein, warum S. aureus Mastitiden in der Laktation keine zufriedenstellenden Heilungsraten erzielen können.
Die vorliegende Studie zielte darauf ab, das Vorkommen von Biofilmen in den Eutern der mit Staphylococcus infizierten Milchkühe zu zeigen. In 7 von 184 Milchproben von infizierten Kühen konnte der Biofilm mit einer Immunfluoreszenzfärbung von Polysaccharid-interzellulärem Adhäsin (PIA) sichtbar gemacht werden. Die angewandte Methode (Tupferproben aus dem Viertel nach Schlachtung) ist jedoch invasiv und daher nur für wissenschaftliche Zwecke geeignet und nicht für die klinische Diagnostik. 

Quelle: Schönborn, Krömker 2016

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