Umwelt

Biogasanlagen beseitigen Antibiotikarückstände nicht

Biogasanlage
Bei Zusatz von einem Feststoff wie Maissilage zu Gülle können Antibiotikarückstände gebunden werden - allerdings reversibel. Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio.de

Viele in der Tiermedizin verwendeten Antibiotika, die über Urin und Kot in die Gülle gelangen, lassen sich in Biogasanlagen nicht dauerhaft inaktivieren. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Ein Großteil der in der Tierhaltung eingestzten Antibiotika gelangt über das Düngen landwirtschaftlicher Flächen mit der Gülle ungefiltert in die Böden. Da Gülle auch in Biogasanlagen verwendet wird, wurde mit Fördermitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) untersucht, ob Antibiotika dort beseitigt werden können, um den Eintrag in die Umwelt zu verringern. Dieser Weg sei nach Darstellung der Projektbeteiligten für wichtige Verbindungen nicht möglich (DBU-Abschlussbericht).

In dem Projekt wurde die Beständigkeit von Tetracyclinen und Sulfonamiden in Biogasanlagen untersucht. Rund ein Drittel der in der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika gehören zu diesen Wirkstoffen. Unterschiedliche Temperaturen, Säure- und Salzgehalte hatten auf die Antibiotika kaum Einfluss. Bei Zusatz von einem Feststoff wie Maissilage, der auch in Biogasanlagen erfolgt, sei es allerdings zu einem Rückgang der Antibiotika-Konzentration gekommen.

Projektleiterin Dr. Astrid Spielmeyer gibt zu Bedenken, dass die chemischen Strukturen dadurch nicht unbedingt zerstört und unwirksam werden. Wenn sich zum Beispiel Bestandteile der Gülle mit den Wirkstoffen verbinden, könnten die einzelnen Antibiotika zwar nicht mehr nachgewiesen werden, befinden sich aber noch – stabilisiert durch die Bindung – in der Gülle oder den Gärresten und könnten sich später auch wieder lösen. Zwar werde oftmals nur ein geringer Teil wieder freigesetzt, dies könne jedoch stetig über einen langen Zeitraum erfolgen.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde schlussfolgert: „Antibiotika müssen schon bei der Vergabe im Stall verringert werden, um Mensch, Tier und Umwelt zu schützen.“

Quelle: Pressemeldung DBU

Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio.de

Vet-consult Magazin

Vet-Consult E-Learning