Virtual Reality

Der Blickwinkel der Kuh

NDR virtual reality Kuh
Mithilfe der VR-Brille lässt sich die visuelle Wahrnehmung der Kühe nachempfinden und so das Verständnis für diese empfindsamen Tiere verbessern. Foto: NDR

Die Sehkraft einer Kuh entspricht nur etwa 30 Prozent der eines Menschen. Forscher haben eine Virtual-Reality-Brille entwickelt, mit der man die Umwelt mit den Augen einer Kuh wahrnehmen kann.

Weil immer noch Menschen die Ställe für Tiere bauen und nicht umgekehrt, soll die Brille mithilfe von Virtual Reality (VR) nun ein besseres Verständnis der Tierbedürfnisse schaffen. Das Ziel des Projekts am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem: Stressfaktoren abbauen und Tierwohl verbessern.

Das Sichtfeld von Kühen liegt bei 330 Grad, Unterschiede zwischen Hell und Dunkel nehmen die Wiederkäuer wesentlich extremer wahr, ihre Augen brauchen länger, um sich neuen Lichtverhältnissen anzupassen. All das führt dazu, dass die Tiere einige Situationen als Stress wahrnehmen, die für den Menschen völlig unproblematisch erscheinen. Ein Rundgang durch den Stall mit der Kuh-Brille auf den Augen wird als sehr ungewohnt beschrieben. Zwar könne die Kuh weit nach hinten gucken, aber der Rand sei sehr verschwommen. Gerade beim Betreten des Melk- oder Klauenstandes sei es wichtig, den Kühen genügend Zeit zu lassen, sich auf die Umgebung einzustellen, um das Stressempfinden zu vermindern.

Vorerst wird die Brille für die Aus-und Fortbildung eingesetzt, später soll sie dann in Tierarztpraxen und größeren Betrieben für neue Perspektiven sorgen. Denkbar ist auch, sie für andere Tiere und ihre Halter einzusetzen - zum Beispiel für Pferde oder Kamele.

Quelle: NDR

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