Ein Milzbrand-Toter in Bulgarien

grasende Rinder

Ein bulgarischer Tierhalter starb im Juli an Milzbrand, nachdem er eine seiner Kühe geschlachtet hatte. Das Tier war mit dem äußerst widerstandsfähigen Bakterium Bacillus anthracis infiziert.

Der 53-Jährige schlachtete das Tier im Juli gemeinsam mit zwei Helfern und verteilte das Fleisch an 30 weitere Personen in seinem Bekanntenkreis.  Nachdem das örtliche Krankenhaus den Erkrankten mit der meist tödlich verlaufenden Magen-Darm-Form von Milzbrand diagnostiziert hatte, verordnete die zuständige Behörde allen mit dem Fleisch in Kontakt gekommenen Personen prophylaktisch Antibiotika.
Milzbrand ist in Süd- und Osteuropa keine Seltenheit, da die Sporen des Erregers Bacillus anthracis jahrzehntelang im Boden überdauern können.
Die 71 bekannten Fälle beim Menschen in den Jahren 2008 – 2014 sind jedoch hauptsächlich durch kontaminierte Heroinspritzen aufgetreten, durch die das Bakterium weiter verbreitet wurde. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten. Vorrangig verbreitet sich die Erkrankung durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch.
Das Weiterverbreitungsrisiko im beschriebenen Fall ist jedoch sehr gering, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), da nur Personen im engeren Umfeld des Toten mit dem Fleisch in Berührung kamen. Die Zeit von Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit dauert selten länger als sieben Tage. Seit dem Fall im Juli kam es zu keiner weiteren Erkrankung.


Quelle:

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

Foto: A. Wedel / pixelio

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