Blauzungenkrankheit

Erst bluten, dann impfen!

Kalb
Auch wenn die Verbringungstiere, i. d. R. Kälber, nicht selbst geimpft werden, ist eine Verschleppung des Impfstoffes über den Hautkontakt mit Impfstoffresten und damit des Impfvirus in die Blutproben möglich. Foto: Zaspel

Da das PCR-Verfahren zum Nachweis von Blauzungenvirus (BTV) hochsensibel ist, können durch Verunreinigungen leicht falsch-positive Ergebnisse entstehen. In einem Betrieb sollten daher erst die Blutproben der Handelstiere genommen werden und dann die Impfung durchgeführt werden!

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz weist nach einschlägigen Erfahrungen in Baden-Württemberg darauf hin, dass im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung leider aber auch immer mehr BTV-Nachweise festgestellt werden, denen nachweislich oder vermutet Kontaminationen der Blutproben mit Impfstoff zugrunde liegen.

Der Nachweis von BTV mittels PCR ist ein hochsensitives Verfahren, das auch kleinste Spuren des Blauzungenvirus feststellen kann. Impfvirus kann dabei nicht von Feldvirus unterschieden werden.

Um falsch positive Nachweise zu vermeiden, sind daher folgende Hinweise zu beachten:

  • Impfung und Probenahme wenn möglich nicht am selben Tag durchführen
  • Unbedingt Reihenfolge einhalten: Immer zuerst die Probenahme und dann erst die Impfung vornehmen
  • Wenn dies nicht möglich ist: bei Impfung Handschuhe anziehen und vor Blutprobenahme ausziehen und Hände waschen
  • Reihenfolge bzw. Hygienemaßnahmen auch beim Wechsel zwischen Beständen einhalten
  • Bei positiven / reaktiven BTV-Befunden in Beständen, in denen am selben Tag geimpft worden ist, zuständiges Veterinäramt sowie Untersuchungsamt informieren
Die Abklärung von BTV-Nachweisen, die auf eine Kontamination der Blutproben mit Impfstoff hindeuten, erfolgt mittels Nachproben der betroffenen Tiere im Abstand von rund 7 Tagen nach der ersten Probenahme.

Quelle: Landestierärztekammer Hessen

Vet-consult Magazin

Vet-Consult E-Learning