Tierseuchen

FLI und Hessen raten Landwirten zur Blauzungenimpfung

Kuh
Laut EFSA wären Massenimpfprogramme mit einer Dauer von mindestens fünf Jahren in Kombination mit verbesserten Systemen zur kontinuierlichen Überwachung die einzigen wirksamen Maßnahmen zur Tilgung der Blauzungenkrankheit in Europa. Foto: zwergdesign, pixelio.de

Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Bündnis 90 / Die Grünen) rät hessichen Landwirten dringend, Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Dabei empfiehlt sie wie das FLI die Impfung gegen die Serotypen 4 und 8.

Der Erreger vom Serotyp 8 infiziert seit einiger Zeit Wiederkäuer in Frankreich und nähert sich weiter Richtung Deutschland. Der Erreger vom Serotyp 4 ist dagegen in Italien und auf dem Balkan aktiv. Eine Ausbreitung des Erregers nach Deutschland ist jederzeit möglich. Deshalb sollten die Landwirte vorbereitet sein und ihre Tiere entsprechend schützen.

Seit Mai 2016 kann auch ohne amtliche Feststellung eines Ausbruches eine vorbeugende Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blauzungenkrankheit durchgeführt werden. Die Impfung ist freiwillig, die Kosten trägt der Tierhalter. Wer seinen Bestand gegen das Blauzungen-Virus schützen lassen möchte, sollte sich zunächst an das zuständige Veterinäramt wenden, da die Impfung genehmigungspflichtig ist. In vielen Landkreisen wurde die Genehmigung jedoch bereits pauschal durch Allgemeinverfügung erteilt.

Sollte es tatsächlich zu einem Ausbruch kommen, haben die Halter geimpfter Tiere allerdings einen Vorteil gegenüber Haltern nicht geimpfter Tiere. Denn aus den Restriktionszonen dürfen Tiere frühestens 60 Tage nach einer Impfung verbracht werden. Zudem weist das Ministerium daraufhin, dass die Impfung aktiver Tierschutz ist, da sie die Tiere vor möglichen Schäden und Leiden durch die Erkrankung schützt.

Auch das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) sieht die Blauzungenkrankheit nach wie vor als Bedrohung für deutsche Tierbestände. Im März wurden in Frankreich 68 Fälle mit aktivem Virus vom Serotyp 8 gemeldet. Diese Fälle rücken seit Beginn des Jahres immer mehr in Richtung deutsche Grenze vor, was zur Folge hat, dass die 150-Kilometer-Gebiete mittlerweile die Bundesländer Baden- Württemberg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland erreichen. Auch Belgien, Luxemburg und die Schweiz sind betroffen.

Unterdessen hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem Gutachten festgestellt, dass die Krankheit nur zu tilgen ist, wenn über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren 95 Prozent der Rinder und Schafe gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden.

Quellen:

Vet-consult Magazin

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