WBC-Kongress

Festliegern das Leben retten

Festlieger

Wenn Kühe erstmal festliegen, brauchen sie eine schnelle Diagnose und Therapie und gute Pflege. Worauf es dann ankommt, hat ein australischer Tierarzt beim WBC in Irland präsentiert.

Der praktische Tierarzt Dr. Poulton aus Australien hat sich dem Thema Festliegen gewidmet. In einer großen Studie mit mehreren 100 Tieren hat er untersucht, ob es Methoden gibt, die sich positiv auf die Prognose der schwer kranken Kühe auswirken. 

„Es bringt nichts, die Kühe immer wieder mit Kalzium zu infundieren.“ So der Tierarzt aus Down Under. Wichtig ist zuerst einmal eine Diagnose mittels klinischer Untersuchung und Blutprobe zu stellen. Ist bei klassischen Milchfieber-Kühen der Kalzium-Phosphor Haushalt wieder im Gleichgewicht, können viele Kühe wieder aufstehen.

Die, die länger als 24 Std. festliegen, sind echte Festlieger mit einer schlechten Prognose. Über 2/3 der Tiere stehen nie wieder auf und müssen früher oder später getötet werden. Großen Einfluss auf die Genesung hatte dabei vor allem die Aufstallungsbedigungen. Unter schlechten Bedingungen wie hartem Untergrund nahmen die v.a. sekundäre Nervenschädigungen zu. Diese führten letztendlich dazu, dass die Kuh nicht mehr aufstand und eingeschläfert werden musste.

Der Tierarzt entwickelte einen Pflege-Score  von 1 bis 4 für Festlieger und konnte zeigen, dass die Kühe, um die man sich gut gekümmert hat, weniger lang festlagen. Er forderte, dass Tierärzte sich nicht nur um Arzneimittelapplikation kümmerten, sondern auch darauf achten sollte, wo und wie Festlieger untergebracht sind und wie sie versorgt werden. 


 
 
 
 
 
 
 

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