Tierseuchen

Gewappnet für den Ernstfall: MKS-Szenario geprobt

Mediathek Tierseuchenübung RLP
Der SWR-Bericht zur Tierseuchenübung ist in der ARD-Mediathek nachzusehen. Foto: screenshot

In der vergangenen Woche fand in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Luxemburg eine Tierseuchen-Übung zur Maul- und Klauenseuche statt. An 18 simulierten Ausbrüchen übten 600 Einsatzkräfte in den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben und in sieben Krisenzentren den Ernstfall.

Wie das zuständige rheinland-pfälzische Umweltministerium mitteilte, konnte die Tierseuchenübung erfolgreich abgeschlossen werden. Es wurde gezeigt, dass die Datenübermittlung von Beobachtungs- und Sperrgebieten über eine zentrale Plattform vorbildlich funktioniere und die Strukturen und Abläufe in und zwischen den regionalen Krisenzentren und dem Landestierseuchenkrisenkoordinationszentrum im Umweltministerium deutlich verbessert werden konnten. Katastrophenschutz und Veterinäre würden immer schneller und effektiver vor Ort bei den infizierten landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten. Optimierungspotential bestünde allerdings im schnelleren Datenaustausch mit den Molkereien darüber, welche Betriebe betroffen seien und wo sich die Sperrgebiete befänden.

„In Zeiten der Spezialisierung der Tierhaltung und dadurch bedingten hohen Transportintensität von Tieren und Futtermitteln besteht immer die Gefahr des Ausbruchs einer Tierseuche. Für den Fall der Fälle müssen wir vorbereitet sein und deshalb sind derartige Übungen so wichtig“, unterstrich Umweltstaatssekretär Thomas Griese anlässlich der Abschlussveranstaltung in Vallendar. „Wie spontan Tierseuchen auftauchen und wie schnell die Verantwortlichen Regeln zur Eindämmung der Epidemie erlassen müssen, zeigt aktuell der Ausbruch der Geflügelpest in Schleswig-Holstein und am Bodensee“, so Griese.

Umweltstaatssekretär Griese bedankte sich bei allen Einsatzkräften, Veterinären, Mitarbeitern der Verwaltungen und den 20 Experten aus anderen Bundesländern für ihr Engagement. „Besonders danken möchte ich aber den Landwirten, die ihre Betriebe freiwillig zur Verfügung gestellt haben und somit diese Übung erst ermöglichten“, betonte Griese.

An der Übung nahmen zwölf freiwillige landwirtschaftliche Betriebe, zwei Molkereien, die Tierkörperbeseitigungsanstalt, Amtstierärzte, Katastrophenschutz, Feuerwehren und Vertreter des Veterinärwesens der Kreisverwaltungen teil. Geübt wurde die Organisation im Krisenzentrum sowie praktisch vor Ort an Verdachtsfällen oder Tieren, die simuliert infiziert sind. Die Maul- und Klauenseuche ist eine der am meisten gefürchteten Tierseuchen. Sie breitet sich schnell aus und kann Schafe, Schweine, Rinder und Ziegen gleichzeitig befallen. Alle drei Jahre organisiert das Umweltministerium Echtzeit-Übungen zur Bekämpfung von Tierseuchen. Die Tierseuchen-Übung findet in sechs Regionalverbünden statt. Darin sind Landkreise zusammengeschlossen, um personelle Ressourcen besser nutzen zu können.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Rheinland-Pfalz

Den Bericht im SWR können Sie hier in der ARD-Mediathek ansehen.

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