Tierhaltung

Hessen unterstützt Ausstieg aus Anbindehaltung

ganzjährige Anbindehaltung
Die ganzjährige Anbindehaltung von Rindern ist nicht tiergerecht. Foto: Zaspel

Der hessische Landesbetrieb Landwirtschaft (LLH) berät Landwirte bei der Umstellung von Anbindehaltung auf Haltungsformen mit Bewegung. Zudem wurden höhere Fördersätze für tierwohlgerechte Umbauten verkündet.

Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hat einen Handlungsleitfaden vorgestellt, der wertvolle Hinweise bei der Umstellung gibt. Darin sind verschiedene Planungsbeispiele für einen Ausstieg aus der Anbindehaltung dargestellt. „Die Broschüre ist bundesweit einzigartig und beschreibt Umbaukonzepte anschaulich und praxisnah. Daneben unterstützen wir die Landwirtschaft mit entsprechenden Förderprogrammen. Für die Umstellung auf Laufställe haben wir nun die Fördersätze erhöht“, ergänzte Hinz.

Im Rahmen des Agrarinvestitonsförderungsprogramms (AFP) unterstützt die Landesregierung gezielt Investitionsvorhaben, die auf die Umstellung noch bestehender Anbindehaltungen gerichtet sind. Die Fördersätze steigen in diesem Jahr von 20 Prozent auf 30 Prozent bei Umbauten und von 30 Prozent auf 40 Prozent bei Neubauten. Die Förderung berücksichtigt, dass die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung auf Bundesebene gerade überarbeitet wird. Damit die Umbauten auch nach der Überarbeitung der Verordnung rechtssicher sind, wird nur gefördert, wenn der höchstmögliche Standard, also die Anforderungen der ökologischen Tierhaltung eingehalten werden. Ebenfalls werden Investitionen zur Minderung von Emissionen bei der Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern unterstützt. Förderanträge können ab sofort eingereicht werden.

„Die ganzjährige Anbindehaltung erlaubt den Rindern keine Fortbewegung, keine Sozialkontakte und kein Komfortverhalten. Hessen kämpft schon seit langem für eine bundesweite Lösung: Der Bundesrat hat bereits 2016 das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung gefordert. Zuletzt hat die Agrarministerkonferenz im April den Bund aufgefordert, das Verbots der Anbindehaltung von Rindern anzugehen. Trotzdem bewegt sich der Bund nicht“, ergänzte die Ministerin.

Die Broschüre „Ausstieg aus der Anbindehaltung“ wurde vom Runden Tisch Tierwohl und der Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung, Landtechnik und Bauwesen in der Landwirtschaft Hessen e.V. (ALB) erarbeitet. Die Broschüre ist über die Geschäftsstelle der ALB Hessen per Post kostenfrei erhältlich unter: alb-hessen@gmx.de

Quelle: PM Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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