Tierhaltung

Volksabstimmung zur Hornkuh-Initiative in der Schweiz

Horn Matters
Wie das Matterhorn dominieren horntragende Braunvieh-Kühe Postkarten, Andenken und Werbebroschüren, obwohl 90% der schweizer Kühe enthornt oder hornlos sind. www.hornkuh.ch

Am 25.11.18 findet in der Schweiz eine Volksabstimmung über die sog. Hornkuh-Initiative statt. Wer behornte, erwachsene Kühe, Stiere oder Ziegen und Ziegenböcke hält, soll demnach für den Mehraufwand fair entschädigt werden.

Die Hornkuh-Initiative setzt ganz auf Freiwilligkeit und Förderung. Sie enthält kein Verbot der Enthornung, sondern überlässt die Entscheidung wie bisher den Tierhalterinnen und Tierhaltern. Wenn die Volksabstimmung im Sinne der Initiative ausfällt, soll es über finanzielle Anreize wieder mehr horntragende Kühe in der Schweiz geben. Obwohl behornte Kühe gern in Werbung und Postkartenidyll gezeigt werden, trifft dies nur für rund 10% der Kühe in der Schweiz zu.

Um dies zu ändern und "den Tieren ihre Würde zurückzugeben", hat der Bergbauer Armin Capaul 2010 die Initiative gestartet, seit 2015 mit großer Medienpräsenz knapp 120000 Unterschriften gesammelt und so die Volksabstimmung ermöglicht. Er sieht die Enthornung als schmerzhafte, unnötge Verstümmelung.

Behornte Tiere brauchen mehr Stallfläche und einen intensiven Umgang. Dieser Mehraufwand soll angemessen entschädigt werden. Mit richtiger Stallplanung und gutem Tierbezug kann das Unfallrisiko durch Hornstöße minimiert werden.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Demeter, Bioland & IBLA haben in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Nutztierethologie und Tierhaltung Empfehlungen für die Dimensionierung und Gestaltung von Laufställen für horntragende Milchkühe erarbeitet. Die Grundlagenbroschüre "Die Bedeutung der Hörner für die Kuh" bietet weitere Informationen zum Kuhhorn.

Quellen: IG Hornkuh, FiBL

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