Bakterielle Klauenkrankheit

Konzept gegen Moderhinke

Moderhinke-BGKSSPR
Da Moderhinke stets mit hochgradigen Schmerzen einhergeht, lahmen die Schafe und grasen typischerweise auf den Vorderknien ruhend oder liegend. Daraus resultieren häufig Abmagerung, Milchleistungsrückgang, verminderte Säugeleistung und schlechtere Gewichtszunahme von Lämmern. Die Folge davon sind wirtschaftliche Einbussen wie niedrigere Verkaufserlöse und Behandlungskosten. Foto: © BGK/SSPR

Die Moderhinke ist eine weit verbreitete, schmerzhafte Klauenkrankheit insbesondere bei Schafen. Im Rahmen der Informationskampagne in der Schweiz wurde der dritte Artikel einer Serie veröffentlicht mit Strategien zum Betriebs- und Hygienemanagement.

Im Hinblick auf eine schweizweit koordinierte Bekämpfung sollen sich Schafhaltende eingehender mit der Moderhinke und deren Bekämpfung in Herden befassen können. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) lanciert deshalb eine Informationskampagne, die aus einer Reihe von Artikeln in Fachzeitschriften besteht. Zusammen mit wichtigen Akteuren der Schafhaltung wird ein Konzept für eine schweizweite Bekämpfung erarbeitet mit dem Ziel, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Moderhinke langfristig niedrig zu halten.

Die Moderhinke ist eine Faktorenkrankheit. Das Vorkommen und die Ausprägung in einer Herde werden entsprechend von verschiedenen Aspekten beeinflusst. Der Schweregrad der Krankheit ist vom infizierenden Bakterienstamm, von begünstigenden Faktoren wie dem Betriebsmanagement (z. B. hohe Besatzdichte) und von den Umwelt- und Klimabedingungen abhängig. Das verursachende Bakterium, Dichelobacter nodosus, bleibt in der Umwelt in der Regel maximal zwei Wochen überlebensfähig. Auch die Bodenbeschaffenheit scheint eine Rolle zu spielen: Auf Kalkböden kommt Moderhinke weniger häufig vor als auf feuchten oder nassen Böden.

Verletzungen im Zwischenklauenspalt und mangelnde Klauenpflege können die Erkrankung fördern. Möglicherweise kann der Erreger auch durch ungenügend gereinigte Klauenwerkzeuge, über gemeinsame Triebwege oder ungereinigte Transportfahrzeuge übertragen werden. Von einer Übertragung zwischen Schafen, Ziegen und weiteren Klauentieren ist in gewissen Fällen auszugehen. Die Ansteckung und Weiterverbreitung findet insbesondere bei der Sömmerung auf einer Gemeinschaftsalp statt.

Im dritten Artikel der Serie werden die nötigen Betriebsmanagement- und Hygienemassnahmen aufgezeigt, um nach einer erfolgreichen Moderhinke-Sanierung und die bereits Moderhinke-freien Schafherden vor einer (Re)-Infektion der Tiere durch das Einschleppen von Dichelobacter nodosus, zu verhindern.

Der erste Artikel hatte die Erkrankung vorgestellt, der zweite befasste sich mit ihrer Behandlung und Bekämpfung.

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Schweiz

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