BVD zero Award

Lebendimpfstoffe können mehr als nur Antikörper

BVD zero award

Boehringer-Ingelheim informiert über neue Ergebnisse zur Dynamik der Immunität nach BVD-Impfung.

Frankfurt, 29.11.2016
Die BVD-Bekämpfung in den letzten fünf Jahren in Deutschland war ein Erfolg. Fast 50.000 Virämiker konnten identifiziert und entfernt werden. Doch viele virusfreie Herden bedeuten auch, dass die Kühe in unseren Ställen wieder voll für das Virus empfänglich sind. In den Nachbarländern ist die Bekämpfung der BVD zum größten Teil noch nicht im Fokus. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Firma Boehringer Ingelheim einen Informationstag  „BVD zero“. Ein internationales Referenten Team berichtete über wichtige Aspekte der BVD-Bekämpfung. Es zeigt sich nämlich, dass es zu Neuausbrüchen in virusfreien Beständen kommt, wenn die Biosicherheit nicht sehr ernst genommen wird. Weiterhin sehen wir europaweit Nachweise von BVD Typ 2.

Referenten und Preisträger

BVD-VIrus ist nicht immer gleich
BVD-Viren sind sehr vielfältig. So gibt es nicht nur Virus Typ 1 und 2, sondern auch viele weitere Epitope (A,B,..). Antikörper, deren Bildung durch inaktivierte Impfstoffe ausgelöst wird, schützen nur sehr spezifisch. Die Immunantwort, die durch eine Lebendsvakzine ausgelöst wird, ist weiter gefasst. Neben der Aktivierung der humoralen Antikörper wird auch die unspezifische T-zellgebunden Immunantwort aktiviert, die die Abwehraufgaben der Antikörper unterstützt und sogar in Abwesenheit der Antikörper wirksam schützt.

Prof. Jim Roth

Bovela-Lebendvakzine gegen Typ 1 und 2
Boehringer Ingelheim vertreibt „Bovela“, die einzige Lebendvakzine gegen BVD 1 und 2 in Deutschland. Eine Studie aus den USA zur Dynamik der Immunität nach Impfung mit Bovela wurde auf der Tagung in Frankfurt live von Prof. James Roth aus den USA via Skype vorgestellt. Dabei ging es darum die Immunantwort nach der Bovela-Impfung mit einer Feldvirusinfektion zu vergleichen. Die Lebendvakzine regte durch umfassendes Priming der Abwehrzellen die Immunantwort genauso gut/umfassend an wie das Feldvirus. Der Vorteil der Impfung gegenüber der Feldvirusinfektion ist, dass sie ohne Belastung durch  Leukopenie (Abnahme der weißen Blutkörperchen) wie sie bei Feldvirusinfektion vorkommt einhergeht.

BVD zero Award
Im zweiten Teil der Tagung wurde der mit mehreren tausend Euro dotierte „BVD-zero award“ an drei Tierärzte verliehen, die besondere BVD-Praxisfälle eingesendet haben.  Die Preisträger wurden aus Einsendungen aus acht europäischen Ländern ausgewählt.
Der erste Preis ging nach Spanien. Hier berichtete ein Kollege von einem typischen Problem: Nach dem auf einem Betrieb vermehrt Fruchtbarkeitsstörungen etc vorgekommen sind, wurde ein Kuh als PI-Tier identifiziert. Deren erstes Kalb (inzwischen beste Kuh im Stall) war lt. Ohrstnazergebnis BVDV-negativ. Was nach einer Sensation aussah, war in Wirklichkeit nur ein verwechseltes Kalb oder ein Zahlendreher in der Dokumentation. Kalb und Mutter waren nicht verwandt.

1. Preis beim BVD Award

 
Ein zweiter premierter Fall aus England vom Royal Veterinary College zeigt wie wichtig einem Landwirt, der bis dato BVD-frei war die Biosicherheit auf dem Betrieb war. Trotz Absprachen mit den Nachbarn kam es zu einem Unfall. Der Bulle des Nachbarn brach durch den Zaun und verbrachte kurze Zeit iauf der Färsenweide. Monate später wurde ein PI Tier geboren.
Ausgezeichnet wurde weiterhin ein Fall aus Yorkshire, UK. Der Tierarzt zeigte, das die BVD-Freiheit nachweislich bessere Tierleistung hervorbringt. Er konnte zeigen, dass Betriebe nur dann vor BVD geschützt werden können, wenn ein ein System aus Hygiene, Monitoring und Impfungen das Virus aus dem Bestand fernhält.

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