Anzeigepflichtige Tierseuche

Lumpy Skin Disease rückt näher

Lumpy Skin Disease
Kuh mit Hautknoten, screenshot des FAO-Faltblatts, Foto: EuFMD, Bulgarian Food Safety Agency

Im August 2015 wurden erste Fälle der Lumpy Skin Disease bei Rindern in Griechenland gemeldet. Seit diesem Jahr breitet sich die LSD von Bulgarien und Mazedonien über den Balkan aus. Eine Weiterverbreitung auch in nördliche Richtung muss befürchtet werden, so dass mit LSD eine bisher in der EU nicht heimische Tierseuche Fuß fassen könnte.

Erste Fälle müssen unbedingt so früh wie möglich erkannt werden.

Das LSD-Virus gehört zu den Capripoxviren. Nicht alle infizierten Tiere zeigen klassische Krankheitssymptome, zu denen knötchenartige Hautveränderungen, Läsionen der Schleimhäute und entsprechend geschwollene Lymphknoten zählen. Als unspezifische Symptome können Fieber, Leistungsrückgang, Lahmheiten sowie Augen- und Nasenausfluss auftreten. Beim Auftreten dieser Symptome sollte differenzialdiagnostisch die Lumpy Skin Disease berücksichtigt werden.

Eine Therapie der LSD gibt es nicht. Bekämpfungsmaßnahmen wie die Tötung betroffener Tiere oder Herden und die Notfallimpfung von Rindern in Überwachungszonen mit abgeschwächten Lebendimpfstoffen führten nicht immer zum Erfolg. In der EU darf aufgrund der geltenden Regelungen nur mit Ausnahmegenehmigung geimpft werden. Die Bekämpfung wird durch die Übertragung des LSD-Virus über blutsaugende Arthropoden erschwert. Die indirekte Übertragung durch mit Speichel infizierter Tiere, kontaminiertes Futter, Werkzeug oder Personal (auch iatrogene Übertragung) ist ebenfalls möglich. Eine möglichst frühzeitige Erkennung ist daher besonders wichtig, um die Tierseuche erfolgreich bekämpfen und ihre Verbreitung verhindern zu können.

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) informiert in einem Steckbrief über LSD (auch Dermatitis nodularis). Die Food and Agriculture Organisation of the United Nations (FAO) stellt Informationen mit Fotos zur Verfügung.

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