Wissenschaft

Magnesium und Phytat zur Milchfieberprophylaxe

Kuh festliegend
Trotz hohem Wissensstand über Entstehung und Prophylaxe der Gebärparese, ist die Inzidenz der klinischen und subklinischen Hypocalcämie hoch. Foto: Zaspel

Die Magnesium- und Phosphoraufnahme der Kuh beeinflusst die Signalkaskade der Milchfieberentstehung. Welchen Einfluss haben Gaben von Zeolith und Phytat auf den Calcium-Haushalt?

Die Pathogenese der Hypocalcämie ergibt sich aus dem raschen Anstieg des Calcium-Bedarfs mit dem Einsetzen der Kolostralmilchbildung und der verzögerten Reaktion der Signalkaskade der Calcium-Homöostase auf diese Veränderung.

Die Beeinflussung von Mg und P auf den Calcium-Haushalt

Diese Reaktionsfolge wird offensichtlich durch die Magnesium- und Phosphor-Aufnahme beeinflusst. Unzureichende Magnesium-Aufnahmen reduzieren die Parathormon (PTH)-Freisetzung und Wirkung in den Zielorganen. Hohe Magnesium-Aufnahmen garantieren eine ausreichende Magnesium-Versorgung, wirken antagonistisch auf den Calcium-Transport im Pansen und der Niere und sind epidemiologisch eindeutig als Prophylaxe der Gebärparese anzusehen. Hohe Phosphor-Aufnahmen beeinflussen die Regulation des Calcium-Haushalts dagegen negativ und begünstigen das Entstehen der Hypocalcämie.

Zeolith und Phytat stabilisieren den Calcium-Gehalt des Blutes

Prophylaktisch wirksam sind geringe Calcium-Aufnahmen (< 50 g/d), die sich jedoch praktisch nicht realisieren lassen. Aus diesem Grunde wurde versucht, die Calcium-Verdaulichkeit durch Zeolith (ein synthetisches Natrium-Aluminium-Silicat mit der Eigenschaft eines Ionenaustauschers) oder geschütztes Phytat (hohe Bindungskapazität für Kationen) zu reduzieren. Beide Maßnahmen stabilisieren den Calcium-Gehalt des Blutes peripartal, Zeolithgaben verursachen jedoch eine Verringerung der Phosphor-Verdaulichkeit und insbesondere bei höheren Aufnahmen eine Reduzierung der Futteraufnahme.

Einsatz zur Prophylaxe der Gebärparese

Eine Kombination hoher Magnesium- (0,4 % in der TM) und geringer Phosphor- Aufnahmen (≤ 0,25 % in der TM) in Kombination mit geschütztem Phytat ist ohne Zweifel eine erweiterte Möglichkeit der Prophylaxe von Milchfieber.

Martens H et Deiner C: Bedeutung von Magnesium, Phosphor, Zeolith und Phytat bei der Gebärparese der Milchkuh, Der Praktische Tierarzt 97, Heft 1 (2016)

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