EuGH-Urteil

Milch muss aus dem Euter kommen

Käseplatte
Wo Käse drauf steht, muss Milch drinnen sein. Foto: Rolf Handke, pixelio.de

Produktbezeichnungen wie "Veggie-Käse" oder "Tofubutter" werden wieder aus den Supermärkten verschwinden. Denn nur noch Milchprodukte tierischen Ursprungs dürfen Milch, Käse, Butter oder Joghurt genannt werden.

Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Denn diese Bezeichnungen seien nach dem Europarecht tierischen Produkten vorbehalten. Nur Produkte, die auch wirklich Milch enthalten, dürfen demnach wie Milchprodukte heißen. Andernfalls wäre es ein Verstoß gegen verbraucherschützende Vorschriften und eine Irreführung des Kunden.

In der EU-Verordnung Nr. 1308/2013 heißt es: „Der Ausdruck ‚Milch‘ ist ausschließlich dem durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnenen Erzeugnis der normalen Eutersekretion, ohne jeglichen Zusatz oder Entzug, vorbehalten." Milch ist also nur das, was aus einem Euter kommt, ohne irgendwelche Veränderungen.

Der Hersteller Tofutown aus der Eifel hatte für seine rein pflanzlichen Produkte Namen wie "Tofubutter" und "Pflanzenkäse" gewählt, wies dabei aber auch immer auf den pflanzlichen Ursprung hin. Dennoch verklagte der "Verband Sozialer Wettbewerb" in Berlin Tofutown vor dem Landgericht Trier. Weil die Frage eine EU-Verordnung betrifft, legte das Landgericht Trier die Frage dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vor.

Tofutown hingegen hält die EU-Verordnung für nicht mehr zeitgemäß.Verbraucher würden gezielt Alternativprodukte für Milch suchen und ihnen sei der Unterschied zwischen tierischem und veganen Käse bewusst. In Zukunft werde er seinen "Veggie-Käse" als "Pflanzen-Schmelzscheiben" anbieten.

Das Urteil bezieht sich nur auf Milchprodukte. Ob sich auch im Bereich der Fleischersatzprodukte (z.B. "Veggie-Wurst") etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: tagesschau.de

Foto: Rolf Handke, pixelio.de

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