Herdenmanagement

Ohrmarken-Sensoren für Geburtsüberwachung

Kuh Geburt
Das Ziel des Forschungspojektes ist es, die Informationen des Geburts-Monitorings mit einer sehr hohen Vorhersagegenauigkeit und in Echtzeit auf die Smartphones der Landwirtinnen und Landwirte zu übertragen. Foto: Zaspel

In früheren Studien wurden Ohrmarken-Sensoren zur Ortung von Kühen in der Herde genutzt. Jetzt wurden die Daten gesammelt, um Bewegungsmuster und Futteraufnahmeverhalten auszuwerten. Dies soll die Geburtsüberwachung, Brunsterkennung und Einzeltierüberwachung erleichtern.

Technologien wie Sensoren ermöglichen eine genaue Beobachtung von Widerkauverhalten, Nahrungsaufnahme und der Bewegungsmuster. Zu Beginn der Sensor-Technologie im Kuhstall sollte sie zur schnelleren Ortung von Tieren in der Herde für Untersuchungen und Besamungen eingesetzt werden, mittlerweile hat sich der Anwendungsbereich erweitert. „Über die Sensoren in den Ohrmarken wird die Beschleunigung erfasst und Bewegungsabläufe aufgezeichnet. Aus diesen Daten können gewisse Bewegungsmuster abgelesen werden, die Aufschluss darüber geben, wann eine Kuh zum Beispiel fruchtbar ist oder auch wann ein Geburtsvorgang einsetzt“, erklärt Professor Marc Drillich, Leiter der Bestandsbetreuung bei Wiederkäuern der Vetmeduni Vienna.

Der Einsatz von Sensor-Technologie macht auch für kleinere Betriebe Sinn. Oftmals bewältigen LandwirtInnen in kleineren Familienbetrieben zahlreiche Aufgaben gleichzeitig und können nicht rund um die Uhr im Stall vor Ort sein. Der Einsatz von Sensoren erlaubt ihnen trotzdem ein genaues Monitoring von Verhalten und Gesundheit ihres Bestands. Aber auch große Betriebe profitieren davon: „Durch den Einsatz von moderner Technologien wie Sensoren, kann man sich – auch in sehr großen Beständen – besser auf einzelne Tiere konzentrieren. Individuelle Gesundheitsparameter wie Futteraufnahme, Bewegungsprofile oder Wiederkauverhalten sind so immer im Überblick“, schildert Doktorandin Stefanie Krieger. Klar ist, dass die Technologie niemals die Arbeit und Beobachtung durch LandwirtInnen ersetzen wird, sie dient vor allem zur Unterstützung. „Die digitale Revolution, die Nutzung von Sensoren, die Analyse von Daten sind Teil des Precision Livestock Farming, einer wichtigen Innovation in der modernen Landwirtschaft“, erklärt Drillich.

Im Rahmen eines von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Kooperationsprojekts erforscht das Forschungsteam gemeinsam mit der österreichischen Firma Smartbow den Einsatz der Sensor-Technik beim Geburtsmonitoring
von Kühen.

Quelle: Vetmeduni Vienna

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