Tierseuchen

Schafe, Ziegen und Rinder gegen Blauzungenkrankheit impfen!

Schafherde
Die heimischen Gnitzenarten sind Virusüberträger und überwintern im Stall. Um zum Beginn der Gnitzensaison bereits einen Impfschutz zu haben, muss im Winter mit der Impfung begonnen werden. Foto: Isinor, www.pixelio.de

Das Virus der Blauzungenkrankheit steht an der französisch-deutschen Grenze "vor der Tür". Nur durch die Impfung können die Tiere vor der anzeigepflichtigen Tierseuche geschützt werden. Außerdem können im Falle eines Seuchenausbruchs nur nachweislich geimpfte Tiere in der dann eingerichteten Restriktionszone transportiert werden.

Mit Sorge betrachten die Delegierten der Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz die hohe Zahl der Tiere, die nicht gegen die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease, BTV) geimpft sind. Das Virus des Serotyps-8 (BTV-8) wurde zuletzt in Frankreich in der an Deutschland angrenzenden Restriktionszone nachgewiesen. Es besteht ein hohes Risiko, dass schwere wirtschaftliche Schäden mit beträchtlichem Tierleid entstehen, wenn das Virus auf eine ungeschützte Population trifft. Daher ruft die rheinland-pfälzische Tierärzteschaft die Tierhalter auf, ihre Schaf-, Ziegen- und Rinderbestände gegen die anzeigepflichtige Tierseuche durch Impfung zu schützen.

„Bricht die Blauzungenkrankheit aus, leiden die Tiere unter teils großen Schmerzen und das Virus an sich ist nicht behandelbar“, sagt Dr. Wolfgang Luft, Präsident der Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz. „Die Symptome können nur durch unterstützende Medikamentengabe abgemildert werden. Wer 2007 die Blauzungenerkrankung bei seinen Tieren miterlebt hat, sollte alles daransetzten, ein erneutes Auftreten der Tierseuche zu verhindern.“ Zugelassene BTV-8 und BTV-4 - Impfstoffe stehen zur Verfügung.

BTV-8 in grenznähe zu Deutschland nachgewiesen

Ende September 2016 wurde der Serotyp-8 des Blauzungenvirus bei einem Rind nachgewiesen, dessen Herkunftsbestand in Frankreich weniger als 150 km von der Grenze zu Deutschland (Rheinland-Pfalz und Saarland), Belgien und Luxemburg entfernt liegt. In der Region des Bestandes sind bislang keine Fälle der Blauzungenerkrankung aufgetreten, die epidemiologischen Ermittlungen und Untersuchungen von Tieren dauern noch an. Bis zum Vorliegen eindeutiger Ergebnisse wird in den genannten, angrenzenden Mitgliedsstaaten von der Einrichtung von Restriktionszonen abgesehen.

Geimpfte Tiere sind auch bei Tranporten im Vorteil

Tierhalter mit einem nachweislich bereits geimpften Bestand haben im Fall eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit auch in Hinblick auf Tiertransporte und Tierschauen einen zeitlichen Vorteil gegenüber anderen: Innerhalb der dann eingerichteten Restriktionszonen dürfen Tiere frühestens 60 Tage nach der Impfung verbracht werden.

Krankheitssymptome Blauzungenkrankheit

Die Impfung ist zudem aktiver Tierschutz, denn die Virusinfektion kann für empfängliche Tiere ernsthafte Folgen haben. Für Schafe kann die durch Stechmücken (Gnitzen) übertragene Erkrankung tödlich sein. Im Falle von schweren Verläufen treten Atemprobleme, vermehrter Speichelfluss sowie die typisch geschwollenen und blaugefärbten Zungen auf. Bei Ziegen treten grundsätzlich die gleichen Symptome wie bei Schafen auf, sie sind meist aber deutlich schwächer ausgeprägt. Die klinischen Symptome bei Rindern sind Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien. Zudem treten Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls sowie Blasen am Kronsaum der Klauen auf. Diese Symptome ähneln somit Symptomen der Maul- und Klauenseuche.

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Verdachtsfälle müssen der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet werden. Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit ungefährlich.

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