Schmerz stört beim Lernen

Aufstallung von Partnerkälbern
Foto: Prof. von Keyserlingk

Aktuelle kanadische Studien beweisen, dass die Einzelhaltung neugeborenen Kälbern länger Stress verursacht als angenommen. In Gruppen aufgezogene Kälber kamen selbst mit Futterwechseln besser zurecht als „Einzelkälber“.

Das fand Dan Weary, kanadischer Professor für Tierschutz an der Universität von British Columbia, in Versuchen über die Farbwahrnehmung von Kälbern heraus.
So konnten zwar sowohl in Gruppen- als auch in Einzelhaltung aufgezogene Tiere gleich schnell lernen, dass sie bei Rot nur einen Monitor zu berühren brauchten, um eine Milchbelohnung zu bekommen. Wechselte man die belohnte Farbe allerdings zu Weiß, brauchten letztere deutlich länger für die Umstellung.  
Einzeln gehaltene Kälber lernen also langsamer, was sich auch später  noch bemerkbar macht: in Gruppen aufgezogene Kälber akzeptieren neues Futter schneller als Einzelkälber. Grund für die langsamere Anpassung könnte eine größere Angst vor neuen Eindrücken bei isolierter Haltung sein, so Weary.

In einer zweiten Studie konnten Kälber selbst Farbabstufungen wie Rosa richtig zu der Belohnung einordnen. Nach von außen zugefügten Schmerzen wie z.B. durch Enthornen oder das Trennen von der Mutter hatten die Tiere jedoch noch Stunden später Probleme, die Farben richtig zu erkennen. Die Forschergruppe sieht in diesem Versuch einen neuen Weg,  länger anhaltende Leiden von momentanen Schmerzen zu unterscheiden.
 

Quelle: www.farmanimalwellbeing.eu

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