Tierseuchen

Steckbrief Schmallenberg-Virus

Schafe
Erfolgt die Infektion mit dem SBV während der Trächtigkeit, kommt es zu Missbildungen der Frucht, deren Schweregrad vom Trächtigkeitsstadium abhängt. Foto: Schlotti, pixelio.de

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat einen aktualisierten Steckbrief zum Schmallenberg- Virus veröffentlicht. Auch künftig ist periodisch wiederkehrend mit Neuausbrüchen zu rechnen.

Das Schmallenberg-Virus (SBV) tritt bei Rindern, Schafen, Ziegen und weiteren Wiederkäuern auf. Außerdem wurden Antikörper bei Alpaka, Bison, Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild nachgewiesen. Das Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Beim Schmallenberg-Virus handelt es sich um ein Orthobunyavirus und wurde 2011 erstmalig in Nordwestdeutschland nachgewiesen und breitete sich danach innerhalb kürzester Zeit deutschlandweit und über weite Teile Europas aus. Die Übertragung erfolgt durch saugende Insekten, vor allem Gnitzen.

Hauptsymptome: Fetale Missbildungen

Rinder mit akuten Infektionen zeigen entweder keine oder nur milde Symptome wie Fieber, Durchfall oder Milchrückgang. Die Virämiephase ist sehr kurz (1 bis 6 Tage) und auch die klinische Symptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab. Bei kleinen Wiederkäuern verläuft die Infektion in der Regel unauffällig. Eine besondere Rolle spielt die fetale Infektion. Kommt es im empfindlichen Stadium der Trächtigkeit zur Infektion (beim Schaf vermutlich zwischen dem 30. und 50. Tag, beim Rind etwa während des 75. bis 175. Trächtigkeitstages), kann das Virus den Fetus infizieren und zu schweren Schädigungen führen. Darüber hinaus kann es auch zum Umrindern bzw. Umbocken, zu Aborten und mumifizierten Feten oder zu Tot- und Frühgeburten kommen. Häufig treten schwere Missbildungen an Extremitäten (Gelenksteife, Sehnenverkürzungen) und Kopf (Torticollis, Hydranencephalie, Hydrocephalus) auf. Das zentrale Nervensystem kann schwerste Deformationen aufweisen.

Dem Schutz empfänglicher Tiere vor Insekten/Gnitzen kommt eine besondere Bedeutung zu. Impfstoffe stehen vorerst nicht zur Verfügung, befinden sich aber in der Entwicklung. Infektionen mit dem SBV sind meldepflichtig.

FLI: Steckbrief Schmallenbergvirus

Foto: Schlotti, pixelio.de

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