Stoffwechselstörungen mithilfe von Milchproben aufspüren

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Bei 400 Milchkühen wurden in den Wochen 3 und 4 nach dem Kalben Milch- und Blutproben entnommen sowie Angaben zu Milchproduktion, Krankheit und Fruchtbarkeit dokumentiert.

Niederländische Forscher von Wageningen Livestock Research (WUR) hoffen Indikatoren zur Abbildung des Stoffwechselstatus entwickeln zu können. Ermöglichen soll dies das „mittlere Infrarot (MIR) Profils“ der Kuhmilch.

Als Hauptgründe für die unfreiwillige Merzung von Milchkühen gelten Fruchtbarkeitsprobleme, Mastitis und Klauenerkrankungen. Viele dieser Probleme können auf den Beginn der Laktation zurückgeführt werden, denn Kühe haben oft Schwierigkeiten mit den Stoffwechselveränderungen, die eine neue Laktation mit sich bringt.

Der Metabolismus einer Kuh ist zu Beginn der Laktation durch den Abbau von Körperfett charakterisiert, wodurch erhöhte Konzentrationen an nicht veresterten Fettsäuren (NEFAs) und des Ketonkörpers Beta-Hydroxybuttersäure (BHB) entstehen, die wiederum in‘s Blut gelangen. Gleichzeitig sinkt die Glukosekonzentration im Blut. Es ist durchaus möglich, dass sich vergleichbare Veränderungen auch in den Milchprofilen wiederfinden lassen.

Praktischer Teil auf dem Milchcampus abgeschlossen

Der praktische Teil des im Jahr 2018 gestartete Projektes fand auf dem Dairy Campus statt. Bei 400 Milchkühen wurden in den Wochen 3 und 4 nach dem Kalben Milch- und Blutproben entnommen sowie Angaben zu Milchproduktion, Krankheit und Fruchtbarkeit dokumentiert. Die Milchproben werden von Delta Instruments hinsichtlich des MIR-Profils analysiert. Die Blutproben werden von der Wageningen University & Research auf NEFA-, BHB- und Glukosewerte analysiert.

Anhand dieser Informationen werden die Forscher untersuchen, inwieweit die Milchzusammensetzung den Stoffwechselstatus der Kuh widerspiegelt. Ziel ist es, neue Werkzeuge zu entwickeln, mit deren Hilfe Milchviehhalter ihren Kühen den Übergang in die Laktation erleichtern und somit letztlich die Lebensdauer der Kühe verlängern können.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden voraussichtlich Ende 2019 veröffentlicht.

Quelle: WUR

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