Tierschutz

TVT für Videoüberwachung in den Schlachthöfen

Videoüberwachung
Die TVT hält eine deutlich verbesserte Transparenz und Überwachung der Praktiken im Schlachtbetrieb für notwendig. Foto: Gabi Eder, pixelio.de

Nach dem Bekanntwerden von Tierschutzverstößen auf zwei Schlachthöfen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fordert die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) erneut die Videoüberwachung auf den Betrieben.

In einer aktuellen Pressemitteilung fordert die TVT die obligatorische Videoüberwachung aller deutscher Schlachthöfe. Denn eine Installation von Kameras in den sensiblen Bereichen eines Betriebes kann den Tierschutzbeauftragten vor Ort und auch die zuständige Überwachungsbehörde bei ihrer Arbeit unterstützen. Sie sieht es als ergänzendes Instrument, dadurch können jedoch weder intensive Schulungen der Mitarbeiter noch Kontrollen vor Ort durch Tierschutzbeauftragte und Behörde ersetzt werden.

Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) hatte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ nach der Sperrung von zwei Schlachthöfen nach Tierschutz-Verstößen vergangene Woche (vet-consult berichtete) gesagt: „Wir brauchen Videokameras auf den Schlachthöfen, um Tierschutzverstöße zu dokumentieren. Hier muss sich Deutschland ein Vorbild an England nehmen.“ Ab dem 5. November sind Kameras in den Schlachthöfen des Landes Pflicht, im Nachbarland Schottland wird darüber beraten.

Blaha kritisierte, dass keine Konsequenzen aus den regelmäßigen Tierschutzskandalen gezogen würden. Es werde lediglich über den Einzelfall gesprochen. Dabei seien die Indikatoren für den Tierschutz bekannt. Es müsse nicht mehr geforscht, sondern lediglich entsprechende Daten zusammengeführt werden. Blaha: „Es fehlt einfach am politischen Willen, Missstände effektiv zu beheben.“

Blaha sprach sich zudem dafür aus, eine deutschlandweite Tiergesundheitsdatenbank aufzubauen. „Darin könnte festgehalten werden, wie viele Tiere auf einem Bauernhof sterben, welche Krankheiten im Schlachthof festgestellt werden und wie viele Kadaver in Tierkörperbeseitigungsanstalten angeliefert werden“, sagte der emeritierte Professor für Epidemiologie. Mithilfe dieser Daten könnten Veterinärämter effektiver kontrollieren als es derzeit der Fall sei.

Foto: Gabi Eder, pixelio.de

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